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Merkblatt wird bei Verkauf von Wirbeltieren Pflicht - Heimische Heimtierhändler sind bestens vorbereitet

"Das Futterhaus"-Inhaberin Anke Kressin-Pulla (li.) mit Claudia Körner und Natascha Maatsch (re.) mit den neuen Merkblättern
(bim). Mit der Änderung des Tierschutzgesetzes sind Händler von Heimtierbedarf nun seit Monatsanfang verpflichtet, ihren Kunden beim Erstkauf von Wirbeltieren - Säugetieren, Vögeln, Fischen, Amphibien und Reptilien - ein Merkblatt über die Bedürfnisse des neuen Mitbewohners mitzugeben. Darin sollen die Halter grundlegende Informationen über Herkunft, Pflege und Haltung des neuen Heimtieres finden. Doch wie lässt sich das in der Praxis handhaben? Das WOCHENBLATT fragte nach.
"Wir begrüßen die Änderung des Tierschutzgesetzes, da wir die Forderung bereits heute erfüllen. Grundsätzlich klären wir unsere Kunden vor dem Kauf über die Bedürfnisse des Tieres bis jetzt in mündlicher, aber auch in schriftlicher Form durch Merkblätter auf", sagt Carsten Matthies vom Bellandris Matthies-Gartencenter in Seevetal.
Für den Kauf von Nagern, also von Hasen und Meerschweinchen, werde dort grundsätzlich ein Heimtierpass ausgestellt, in dem der Tierbesitzer alles über sein neues Tier nachlesen kann. "Wir machen da keinen Unterschied, ob der Kunde bereits Tiere zu Hause hält oder ob er sich zum ersten Mal ein Tier anschafft. Die Informationen werden auf alle Fälle weitergegeben", so Matthies.
Durch die Recherche im Internet oder durch Fachliteratur seien sehr viele Kunden vor dem Kauf ohnehin über die Haltung der Tiere gut informiert.
Auf umfassende Beratung wird seit jeher auch in den Filialen von "Das Futterhaus" Wert gelegt. Bei den Merkblättern arbeitet "Das Futterhaus" mit dem Bundesverband für fachgerechten Natur-, Tier- und Artenschutz zusammen, der rund 60 verschiedene Merkblätter zur Verfügung stellt.
"Die Haltungsbedingungen sind auch an den Käfigen bzw. Aquarien nachzulesen. Bei Schildkröten gebe ich zudem immer einen Haltungsbericht mit", erklärt Anke Kressin-Pulla, Inhaberin mehrerer Filialen von "Das Futterhaus" in der Region. "Es gibt Kunden, die sich freuen, nun ein Merkblatt zu bekommen, aber auch einige, die rummaulen und die Zettel dann auf dem Parkplatz wegwerfen", so Anke Kressin-Pulla. Schon beim Kauf des kleinsten Zierfisches werden die Merkblätter ausgegeben, womöglich auch mehrfach. "Meine Mitarbeiter und ich können nicht in jedem Fall beurteilen, ob jemand zum ersten Mal ein Tier kauft", sagt Anke Kressin. Kritisch sieht sie an der Merkblatt-Pflicht aber den Papierverbrauch, der nicht umweltfreundlich sei, sowie die Druckkosten.
Dass durch die neue Gesetzgebung der Verkauf von Fachliteratur zurückgehen wird, glauben weder Carsten Matthies noch Anke Kressin-Pulla.
Von der Merkblatt-Pflicht ausgenommen sind übrigens die wirbellosen Tiere, u.a. Insekten, Spinnen und Schnecken. Da darf gefragt werden, ob diese Arten weniger "Schutz" bedürfen oder deren Haltung weniger Hintergrundinformationen erfordert.