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NABU ruft zur Kiebitz-Meldung auf

Vogel-Freunde können Kiebitz-Sichtungen melden (Foto: NABU/ E. Nerger)
(bim). Der NABU ruft ab sofort dazu auf, gesichtete Kiebitze über die Naturbeobachtungs-Webseiten www.Ornitho.deoder www.NABU-naturgucker.de zu melden. Die Wiesenvögel mit der markanten Kopf-Federhaube sind aus ihren Winterquartieren nach Niedersachsen zurückgekehrt. Mit der Aktion will der NABU mehr über die gefährdete Art erfahren.
„Wir wollen u.a. herausbekommen, welche Lebensräume Kiebitze bevorzugen und welche Ansprüche sie an ihre Umgebung haben. Die gesammelten Daten sollen uns dabei helfen, ein noch besseres Schutzsystem für den Kiebitz aufzubauen“, so Dominic Cimiotti vom Michael-Otto-Institut im NABU.
Der früher in Deutschland häufige Brutvogel steht hierzulande inzwischen weit oben auf der Roten Liste. Auch europaweit gilt er als gefährdet. „Der Hauptgrund für den Rückgang liegt in der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft. Es gibt kaum noch geeignete Brutplätze für den Kiebitz, und viele seiner Gelege und Küken gehen verloren“, sagt Cimiotti.
Zählungen niedersächsischen Ornithologen ergaben für die Jahre von 1961 bis 1993 einen Rückgang von 91.000 auf 27.000 Paare, für die Jahre 2005 bis 2008 waren im Mittel ca. 32.000 Paare festzustellen.
Seit März können die Tiere bei ihren spektakulären Balzflügen beobachtet werden. Die Männchen präsentieren sich dabei sehr stimmfreudig und lassen das typische und namensgebende „Ki-witt“ erklingen.
Kiebitze brüten hauptsächlich in offenen, flachen Landschaften auf Wiesen und Weiden oder auf Ackerflächen. Auf einer Übersichtskarte unter http://www.ornitho.de/index.php?m_id=30180 werden die eingegangenen Kiebitz-Meldungen angezeigt.
Bei den Meldungen sollte daher erfasst werden, wo die Kiebitze bei der Balz und Brut gesichtet wurden: im Grünland oder in Mais- oder Getreideflächen.
Um den bedrohten Wiesenvogel in Deutschland vor dem Aussterben zu bewahren, sucht der NABU gemeinsam mit Landwirten nach Lösungen. Im Projekt „Sympathieträger Kiebitz“ im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt testen Landwirte in neun Projektregionen mögliche Maßnahmen auf überwiegend konventionell bewirtschafteten Äckern und Wiesen. Und das mit Erfolg.
Vor allem sogenannte "Kiebitzinseln" haben sich als Schutzmaßnahme bewährt. Dabei wird eine größere Teilfläche innerhalb eines Ackers nicht bestellt. So entsteht eine geschützte Zone, in der Kiebitze und andere Vogelarten sicher brüten und Nahrung finden können.