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Nach Problemen bei Orkan "Xavier": Notruf-Ärger zur Chefsache erklärt

Beim Orkan "Herwart" war die technische Einsatzleitung in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Hittfeld bestens besetzt (Foto: Feuerwehr Landkreis Harburg)
 
Bei Sturmtief "Herwart" wurde der Einsatzleitwagen 2 am Kreishaus stationiert (Foto: Feuerwehr Landkreis Harburg)
(bim). "Landrat Rainer Rempe hat das Thema zur Chefsache erklärt. Den Maßnahmenplan arbeiten wir und die Abteilung Ordnung und Zivilschutz mit höchster Priorität ab", erklärt Kreissprecher Bernhard Frosdorfer. Wie berichtet, war der Landkreis Harburg beim Orkan "Xavier" Anfang Oktober, bei dem die Feuerwehr zu mehr als 600 Einsätzen ausrückte, aufgrund einer mangelhaten Technik-Umstellung nur durch Glück einer Katastrophe entgangen. Unter anderem konnten Bürger Notrufe nicht absetzen, weil die Leitstelle nicht erreichbar war. Ebenso gab es Schwierigkeiten mit der Verständigung über Funk bei den Wehren.
Am Abend nach Erscheinen des WOCHENBLATT-Artikels folgte in der Tat der nächste Herbststurm "Herwart". "Wir wussten, da kommt was Großes auf uns zu. Auf den Sturm 'Herwart', bei dem es kreisweit 300 Einsätze gab, waren wir gut vorbereitet", so Frosdorfer. Am Vorabend sei der Kreisstab "Besondere Ereignisse" einberufen und mit der Kreisfeuerwehr Maßnahmen erörtert worden. Der Einsatzleitwagen 2 wurde am Kreishaus stationiert. Außerdem hätten die zwölf örtlichen Einsatzleitungen die Einsätze jeweils vor Ort koordiniert. "Die Leitstelle war immer erreichbar. Uns ist nicht bekannt, dass Notrufe nicht abgesetzt werden konnten. Nur vier Anrufe sind übergelaufen, die über den Leistellenverbund abgearbeitet wurden", so Frosdorfer weiter.
Auch am Beheben der technischen Defizite werde nun mit Hochdruck gearbeitet:
Die angekündigten mobilen netzunabhängigen Alarmgeber seien bestellt und stünden voraussichtlich im Dezember zur Verfügung.
Das Alarmsignal sei angepasst worden. Alarmierungen würden nun sicherheitshalber doppelt ausgelöst, falls der Alarm-Empfänger schlechten Empfang habe.
Bezüglich der durch den Orkan "Xavier" mehrfach unterbrochenen Richtfunkstrecke sei eine doppelte Rückfallebene geschaffen worden. Zum einen sei die alte "Luftschnittstelle" wieder in Betrieb. Zum anderen sei bei der Telekom ein Erdkabel von Winsen nach Lüneburg beantragt.
Bei der Technik-Umstellung, so hatte Landrat Rainer Rempe gegenüber dem WOCHENBLATT bereits eingeräumt, sei die neue Netzinfrastruktur des Leitstellenverbundes mit dem Kreis Rotenburg und dem Heidekreis für den Orkan offensichtlich nicht ausreichend gewesen. Für die Verbundvernetzung habe Leitungsbetreiber EWE eine hochleistungsfähige Leitung zugesagt, die - wie das Erdkabel der Telekom - ebenfalls im Dezember verfügbar sein solle.

• Für die neue Leitrechner- und Vermittlungstechnik haben die drei Landkreise rund 2,34 Millionen Euro aufgewendet, der Anteil des Landkreises Harburg beträgt rund 800.000 Euro. Kooperation und neue Technik sollen neben einer wesentlich erhöhten Ausfallsicherheit bei technischen Störungen den rund 550.000 Bürgern der drei Landkreise mehr Sicherheit bei Notfällen geben.

Sachstand im Feuerschutzausschuss

Wegen der Probleme beim Orkan „Xavier“ hat sich auch CDU-Kreistagsabgeordneter Jan Bauer, Vorsitzender des Ausschusses für Ordnung und Feuerschutz, der auch ehrenamtlicher Kreisbereitschaftsleiter des DRK ist, bei Ordnungs-Fachbereichsleiter Friedrich Goldschmidt und Ronald Oelkers, Leiter des Fachbereichs Ordnung und Zivilschutz, nach dem Umsetzungsstand des Maßnahmenplans erkundigt. Darüber soll ebenfalls in der nächsten öffentlichen Ausschuss-Sitzung am 21. November um 16 Uhr in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Hittfeld informiert werden.
„Alle ehrenamtlichen Einsatzkräfte haben in Nacht von Sturm ‚Herwart' einmal mehr ihre jederzeitige Einsatzbereitschaft unter Beweis gestellt und einen großartigen Job gemacht“, so Jan Bauer. „Ziel muss es aber sein, die technischen Probleme umgehend zu beheben. Diese Einschränkungen können nicht dauerhaft durch Ehrenamtliche kompensiert werden.“

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