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Nach Taifun-Katastrophe auf den Philippinen: Helfer leisten Hilfe im Akkord

Janine Marquardt hilft mit den Johannitern aus dem Landkreis Harburg in Ormoc (Foto: Paul Hahn / Johanniter)
(bim). Unzählige hilfebedürftige Menschen, häufige und heftige Regenschauer sowie immer mehr Moskitos - damit sind derzeit die internationalen Hilfsorganisationen konfrontiert, die die Betroffenen nach dem verheerenden Taifun „Haiyan“ auf den Philippinen medizinisch und mit Lebensmitteln versorgen. Zu einem zwölfköpfigen Johanniter-Team aus ganz Deutschland zählt auch die Stader Polizistin Janine Marquardt (33), die in Wistedt bei Tostedt wohnt.
„In den vergangenen Tagen haben wir bis zu 300 Menschen am Tag medizinisch behandelt. Wir arbeiten hier im Akkord“, berichtet die Polizeikommissarin der Wasserschutzpolizei Stade, die auch ausgebildete Rettungsassistentin ist.
Die Johanniter haben in mehreren, zu Evakuierungszentren umfunktionierten öffentlichen Gebäuden Krankenstationen eingerichtet, in denen sie gemeinsam mit Krankenschwestern der philippinischen Partnerorganisation „Balay Mindanaw“ Patienten versorgen.
Janine Marquardt und ihre Mitstreiter sind in der rund 190.000 Einwohner zählenden Stadt Ormoc eingesetzt. Auch abgelegene Ortsteile erkunden die Helfer, um dort medizinische Basisarbeit zu leisten. „Wir gehen in die Camps und gucken, was die Menschen brauchen“, so die 33-Jährige, die als stellvertretende Teamleitung u.a. für die Koordinierung und Sicherheit des Teams verantwortlich ist.
In den Evakuierungscamps sind unzählige Menschen untergebracht. Viele haben kein Dach über dem Kopf, sind den platzregenartigen Schauern ausgesetzt und binnen Sekunden bis auf die Knochen durchnässt. Sie leiden an Erkältungen, Magen- und Darmbeschwerden und Wundinfektionen, die Kinder an Fieber und Durchfällen, so Janine Marquardt. Die Stromversorgung ist noch immer komplett zusammengebrochen. Die Helfer haben einen Generator organisiert.
„Ich bin schwer beindruckt von den Menschen hier. Sie sind unbeschreiblich, lassen sich nicht unterkriegen und sind scheinbar katastrophenerprobt. Alle sind mit Aufräumarbeiten beschäftigt“, erzählt die Polizeikommissarin. Als sie und das Team am Freitag der Vorwoche in Ormoc ankamen, seien die Straßen noch voller Trümmer, bis vergangenen Donnerstag aber zumindest die Hauptstraßen schon wieder freigeräumt gewesen.
Janine Marquardt wird mit vielen bewegenden Eindrücken nach Deutschland zurückkehren. Am Sonntag endet ihr Einsatz.
• Wer Geld spenden möchte, kann das auf folgendem Konto tun: Aktion Deutschland Hilft, Stichwort: Taifun Haiyan, Konto 10 20 30, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00.