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Neue Gesetze im Visier

Horst Günter Jagau, Rainer Rempe, Norbert Leben und Heiner Schönecke (v.li.)
 
Die Jagdhornbläser boten einen besonderen Ohrenschmaus

Kreisjägerschaft richtet Augenmerk geplante Jagdeinschränkungen

gb. Tostedt. Vor der Kulisse einer eindrucksvollen Trophäenwand fand in der Tostedter Schützenhalle die Jahreshauptversammlung der Jägerschaft des Landkreises Harburg statt. Die musikalisch von 70 Jagdhornbläsern begleitete Veranstaltung wurde von rund 500 Teilnehmern besucht. Als Gäste konnten Kreisjägermeister Norbert Leben und der Vorsitzende Horst Günter Jagau unter anderem den Ersten Kreisrat Rainer Rempe sowie den stellvertretenden Landrat Heiner Schönecke (CDU) begrüßen. Zu den Themenschwerpunkten des Tages zählten neue Gesetze und Verordnungen. Kopfschütteln in der Jägerschaft erzeugt vor allem ein Urteil des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. In dessen Folge können Grundeigentümer aus ethischen Gründen Anträge gegen das Bejagen auf ihren Flächen stellen. Jeden dieser auftretenden Fälle gewissenhaft zu prüfen sicherte Rainer Rempe der Jägerschaft zu.
Als „Spagat, auf dessen Ausgang wir gespannt sind“ bezeichnete Norbert Leben die von der Landesregierung Novellierung der Jagd- und Schonzeitenverordnung. Bei der geplanten ökologischen Ausrichtung der Jagd müsse, so Norbert Leben weiter, auch der Fortbestand der Jagdzeit sowie deren Dauer geprüft werden. „Schwachstellen“ entdeckte der Kreisjägermeister im geplanten Naturzugangsgesetz. Hier sei das Begehen und Befahren der freien Landschaft zwar über den Erholungsbegriff abgedeckt. Ob das Verstecken von Geo-Caches auf fremden Grundstücken damit ebenfalls geduldet werden müsse, sei eine andere Frage. Das bleihaltige Munition laut einem Zwischenbericht zur Lebensmittelsicherheit einen höheren Bleigehalt im Wildbret verursacht als bleifreie, rief eine gewisse Ironie hervor. „Das hätte selbst ich erkannt“, sagte Leben. Darüber hinaus seien die Erfahrungen zur bleifreien Munition sehr unterschiedlich, weshalb sich abzeichne, dass die bleihaltige Munition nicht generell verboten würde.
Auf eine neu auftretende Tierseuche wies die Kreisveterinärin Dr. Astrid Krüger hin. Dabei handelt es sich um die Afrikanische Schweinepest, von der erste Fälle aus Polen und Littauen gemeldet wurden.

Nicht zuletzt widmete sich auch der Versammlung dem Vereinsleben. Aktuell zählt die Jägerschaft 1860 Mitglieder. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 63. Mit der Verdienstnadel in Silber wurden ausgezeichnet: Heike Heins, Sprötze und Dr. Heita Siebert, Otter. In Bronze ging die Auszeichnung an: Rainer Markworth, Hanstedt; Ulf Stegen, Nindorf; Ruth Frankenstein, Tespe; Jens-Peter Wichmann, Handeloh; Rolf Bellmann, Rosengarten; Hans Brackelmann, Salzhausen.

Ein kräftiges Waidmannsheil galt der Jagdstrecke des Jagdjahres 2013/2014. Zur Strecke gebracht wurden folgende Stückzahlen (die Zahlen in Klammern beziehen sich auf das Fallwild):
Rotwild: Hirsche 48, weiblich 59 (2); Damwild Hirsche 84 (10), weib. 614 (5); Muffelwild Widder 13, Schafe und Lämmer 2 (1); Schwarzwild männl. 599 (35), weibl. 531 (33); Rehwild Böcke 1805 (511), Ricken und Kitze 1479 (834); hasen 903 (313); Kaninchen 125 (38); Füchse 1154 (116); Dachse 205 (41); Waschbären 16 (1); Marder 238 (33); Iltis 28; Wiesel 106 (19); Marderhund 106 (19) Fasanen 203 (34); Rebhühner (4); Tauben 2296 (41); Enten 3082 (14); Gänse 264 (1); Schnepfen 29; Rabenkrähe 1933 (8); Elstern 750; Kormorane 22; Blesshühner 3.