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Opferhilfeorganisation "Weisser Ring" und Todtgüsinger Sportverein stellen Gewaltprävention und Opferschutz in den Focus

Karl-Heinz Langer (vorne, ganz rechts) und die Trainerinnen und Trainer des TSV in den Motto-Shirts des "Weissen Ring"
gb. Totglüsingen. Zum Auftakt der bundesweiten Kampagne unter dem Motto „Sportler setzen Zeichen! Ich kann´s auch ohne Gewalt – Du auch!?“überreichte die Opferhilfeorganisation „Weisser Ring“ Trainerinnen und Trainern des Todtglüsinger Sportvereins (TSV) 100 T-Shirts. „Zusammen mit dem TSV wollen wir ein deutliches Zeichen für Gewaltprävention allgemein und insbesondere bei Jugendlichen setzen“, sagt Karl-Heinz Langner, Außenstellenleiter des „Weissen Ring“ im Landkreis Harburg. Dabei versteht sich der "Weisse Ring" als Lotse im Helfersystem, vermittelt Gewaltopfer beispielsweise an Therapeuten und trägt zur Wiedereingliederung von Menschen, die aus ihrem sozialen Leben herausgeholt worden sind, bei, so Langner weiter.
„Wir sind bereit zu helfen, jedes Gewaltopfer kann seinen Trainer ansprechen, der dann den Kontakt zum 'Weissen Ring' herstellt,“, sagt Eike Hotzhauer, zweiter Vorsitzender des TSV. Der 7.600 Mitglieder starke TSV bietet auch eigene Angebote gegen Angst, Unterdrückung und Mobbing wie z.B. Kampfsport und Selbstverteidigung für Frauen. Außerdem werden Gewaltopfer in einen freundschaftlichen Kreis integriert.
Gewaltopfer zu werden, ist keine Frage von Alter, Geschlecht oder Herkunft. Während von den Einbrüchen 85 bis 90 Prozent zur Anzeige gebracht werden, bleibt eine erschreckend hohe Zahl von Fällen häuslicher Gewalt unangezeigt. Niedersachsenweit werden jährlich rund 8.700 Fälle aktenkundig. Das sind nach Schätzungen von Experten lediglich acht Prozent aller begangenen Taten. Damit dürfte die Dunkelziffer bei 92 Prozent liegen. Die Ursache liegt, so Karl-Heinz Langner, meist in der Hilflosigkeit der Opfer. Gerade häusliche Gewalt sei ein schambesetztes Thema, das sich hinter verschlossenen Türen abspiele. Der "Weisse Ring" empfiehlt jedem Gewaltopfer, eine schnellstmögliche rechtssichere Sicherung von Spuren vornehmen zu lassen. Seit Neuestem ist dies auch im Krankenhaus Buchholz möglich, das sich dem Netzwerk „ProBeweis“ angeschlossen hat. Nach der Spurensicherung könnten sich die Opfer können noch immer und in Ruhe überlegen, ob sie Anzeige erstatten wollen. Werden die Spuren jedoch nicht gesichert, steht Aussage gegen Aussage.