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Passionsandacht im Patienten-Wartezimmer in Tostedt

Pastor Gerald Meier (re.) hielt die Passionsandacht im Wartezimmer von Ärztin Andrea Sprogies
bim. Tostedt. Was bietet sich besser für eine Passionsandacht an, als das Wartezimmer einer Arztpraxis? Denn dort sind ohnehin viele Passions- also Leidensgeschichten zu hören. An diesem ungewöhnlichen Ort hielt jetzt Gerald Meier, Pastor der Tostedter Johanneskirchengemeinde, eine Andacht. Andrea Sprogies, Fachärztin für Allgemeinmedizin, hatte dafür den Raum zur Verfügung gestellt.
„Beim Arzt einen Termin und Schmerzen zu haben, zeigt uns unsere Verletzlichkeit“, so Meier. Von Beginn an habe es Menschen gegeben, die anderen Leuten halfen, wie früher die Schamanen und heute die Fachärzte, so der Pastor.
Wenn das leibliche Heil angegriffen sei, gehe damit eine seelische Kränkung einher, so Meier. Er stellte einen Vers des Markus-Evangeliums in den Mittelpunkt: „Nicht die Starken bedürfen des Arztes, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, zu rufen die Sünder zur Buße, und nicht die Gerechten“, sagte Jesus demnach bei einem Treffen mit Zöllnern und Sündern. „Jesus versteht sich als Arzt, nicht im medizinischen Sinn, sondern um das, was er gesagt hat: heilende Worte, die die Menschen berühren“, so Gerald Meier. Mit der Vergebung der Sünden trage Jesus bzw. der Glaube zur seelischen und auch körperlichen Heilung bei.
Diese Andacht sowie zwei weitere in einer Apotheke und in einem Blumenladen standen unter dem Titel „Heilende Orte und heilende Worte“ und waren ein erster Versuch, Passion nicht nur in Kirchenmauern zur Sprache zu bringen. Während 16 Gläubige extra für die Andacht in die Praxis gekommen waren, fühlte sich manch Patient von der ungewohnten Situation überfordert und verließ lieber das Wartezimmer. Aber es gab auch zwei, die sich die Andacht als Abwechslung zur Zeitungslektüre anhörten.