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Pferdeschänder ist wieder unterwegs - Wallach wurde im Genitalbereich verletzt

Sandra Brockmann mit Landmark. Der große Clydesdale-Wallach ist überaus zutraulich
 
Der Wallach hat fünf Zentimeter lange Schnittwunden im Genitalbereich (Foto: Brockmann)
(bim). Die Pferdehalter in der Region kommen nicht zur Ruhe. Die Serie fieser Angriffe auf ihre Tiere reißt nicht ab. Jetzt wurde erneut ein Pferd von einem oder mehreren Unbekannten auf einer Weide in Handeloh (Samtgemeinde Tostedt) attackiert. Dabei erlitt Clydesdale-Wallach Landmark (11) mehrere fünf Zentimeter lange Schnittwunden im Genitalbereich.
Besonders fies: „Landmark ist eine Handaufzucht und liebt Menschen. Er geht zu jedem hin. Ich finde es ganz schlimm, dass seine Gutmütigkeit ihm jetzt zum Verhängnis wurde“, sagt seine Besitzerin Sandra Brockmann. Außerdem wird der Wallach derzeit wegen einer Krankheit, bedingt durch seine vorherige Haltung, an den Beinen behandelt, mit medizinischer Seife gewaschen und eingecremt. „Er ist es gewohnt, dass man ihn in dem Bereich anfasst“, so Sandra Brockmann. Dieses Vertrauen des Wallachs wurde nun ausgenutzt.
Der Vorfall geschah am Sonntag der Vorwoche. Sandra Brockmann und ihr Lebensgefährte Arne Knuth waren mit zwei ihrer vier Pferde ab 19.30 Uhr nur eineinhalb Stunden unterwegs. In der kurzen Zeit - und noch dazu vor Einbruch der Dunkelheit - muss es passiert sein. Dabei ist die Weide unmittelbar vor ihrem Hof mehrfach mit stabilem Holz und Elektrodraht eingezäunt.
Erst vor wenigen Monaten trieb ein perverser Pferdeschänder im Bereich Otter sein Unwesen. „Parallel zu diesen Vorfällen stellten wir auch bei zwei unserer Pferde Schnittverletzungen an den Beinen fest“, so Arne Knuth. Seither kommen ihre Pferde jeden Abend in den Stall. „Wir haben jetzt Kameras für die Videoüberwachung der Weiden angeschafft“, sagt Sandra Brockmann. Offenbar das einzige Mittel, das noch als Abschreckung dient oder zur Ermittlung von Tätern beitragen kann.
Sandra Brockmann möchte die Öffentlichkeit sensibilisieren, verdächtige Beobachtungen auf und an Pferdeweiden umgehend der Polizei zu melden. Dort haben sie und ihr Partner auch Anzeige wegen des Übergriffs auf Landmark erstattet. Sie hoffen nun, dass der oder die Täter gefasst werden.
Der perverse Pferdeschänder, der u.a. in Otter sein Unwesen trieb, war dank einer siebenköpfigen Ermittlungsgruppe der Polizei, die Hinweisen aus der Bevölkerung nachging und Spuren auswertete, Anfang des Jahres gefasst worden. Laut Polizei hatte der damals 20-Jährige in mindestens 13 Fällen gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. Der junge Mann hatte sich damals in Therapie begeben.
Wer jedoch für den Übergriff auf Landmark verantwortlich ist, muss erst ermittelt werden.

Die Kette der grausamen Übergriffe auf Pferde reicht noch länger zurück: Auf der Stader Geest wurden im Sommer vergangenen Jahres verschiedene Fälle gemeldet, bei denen u.a. ein Wallach Stich- und Schnittwunden sowie eine Stute Würgeverletzungen erlitt. 2013 wurde in Seevetal eine Stute durch einen brutalen Schnitt im Bereich der Scheide verletzt. Ebenfalls 2013 wurde bei Heinbockel einer Stute ein Bein abgetrennt. Sie musste eingeschläfert werden. In Oldendorf verletzte ein Pferderipper eine Stute im Jahr 2012 so stark an den Genitalien, dass sie verendete.