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Stellungnahme der Samtgemeinde Tostedt zum Verfahren und zu den Trassenalternativen der Gleichstromtrasse "Suedlink"

bim. Tostedt. Von drei Alternativtrassen für den Bau der Gleichstromtrasse „Suedlink“ sind bis auf Dohren alle neun Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Tostedt betroffen: beim „B3-Korridor“ Kakenstorf, Tostedt, Handeloh und Welle; beim „Otter-Korridor“ Heidenau, Wistedt, Otter und Welle; beim „Heidenau-Korridor Heidenau, Wistedt und Königsmoor. Die Samtgemeinde war aber vom Vorhabenträger, der mit dem Projekt „Bürgerdialog“ sehr frühzeitig den vom Vorzugskorridor betroffenen Gemeinden mit einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit Informationen zur Verfügung gestellt hat, nicht informiert worden.
„Die von den Alternativtrassen betroffenen Kommunen mussten ihre Informationen der Presse entnehmen, was aus Sicht der Samtgemeinde Tostedt mit einem 'offenen Bürgerdialog' nicht vereinbar ist. Die Samtgemeinde sieht hierin bereits Verfahrensdefizite, da die Bevölkerung der Samtgemeinde keine Möglichkeit hatte, mit Stellungnahmen auf örtliche Besonderheiten bzw. auch Alternativen für die mit ins Verfahren aufgenommenen Trassen hinzuweisen“, heißt es jetzt in der Stellungnahme der Samtgemeinde.
Hier der weitere Wortlaut der Stellungnahme:
„In Siedlungsnähe wird zwar vom Vorhabenträger auf die, für die Leitungsverlegung neue Erdverkabelung, hingewiesen. Es ist aber davon auszugehen, dass auch zu den erdverlegten Kabeln bestimmte Abstände zur vorhandenen Bebauung bzw. einer geplanten Siedlungsentwicklung eingehalten werden müssen. Diese sind mit den Gemeinden und insbesondere mit den Eigentümern abzustimmen.
Außerdem wird ein Arbeitskorridor für die Verlegung der Kabel zur Verfügung gestellt werden müssen. Dies wird nicht innerhalb der vorhandenen Bebauung möglich sein. Aus diesem Grunde wird bereits jetzt für den Trassenkorridor entlang der B3 auf die vorhandene Bebauung in Kakenstorf (Baugebiet Auf der Horst), Tostedt (Baugebiet Neddernhof), Handeloh (Baugebiet Flidderberg und Siedlungsteil Höckel) sowie die Ortslage von Welle und einen Siedlungsbereich im Ortsteil Kampen der Gemeinde Welle hingewiesen, die innerhalb des Korridors liegen. Diese Siedlungsbereiche dürfen im Bestand nicht eingeschränkt werden.
Weiterhin muss den Gemeinden eine gewisse Siedlungsentwicklung eingeräumt werden. Für die Gemeinde Heidenau wird auf die bereits vorhandene Einschränkung der Siedlungsentwicklung nach Norden durch die Verlegung der Erdgasleitungen und im östlichen Teil durch die Windkraftstandorte hingewiesen. Die Verlegung einer Leitung zwischen dem Ortskern Heidenau und dem Ferienpark Heidenau wird nicht konfliktfrei möglich sein.
In den Gemeinden Wistedt, Königsmoor und Otter grenzt der Trassenkorridor direkt an Siedlungsgebiete. In Welle ist fast der gesamte Ortskern betroffen. Dieses sollte aus Sicht der Samtgemeinde vermieden werden, da die Belastungen für die Anwohner in diesen Bereichen sehr hoch sein können. Trassenvarianten außerhalb von Ortschaften und Siedlungsgebieten sollten bevorzugt gewählt werden.
In der Samtgemeinde Tostedt befinden sich viele ökologisch wertvolle Bereiche, die sich teilweise auch innerhalb der beantragten Trassenkorridore befinden. Diese müssen im Rahmen der weiteren Bearbeitung in der Planung berücksichtigt werden. Der Arbeitskreis Naturschutz (AKN) in der Samtgemeinde Tostedt hat eine flächendeckende Biotoptypenkartierung erstellt. Diese Kartierung ist in den Flächennutzungsplan der Samtgemeinde Tostedt mit aufgenommen worden, sodass neben den Unterschutzstellungen von Natur und Landschaft eine weitere Datengrundlage vorhanden ist.
Die Samtgemeinde Tostedt schließt sich der Stellungnahme des Landkreises Harburg vom 25. November 2014 an, dass eine Abfrage von Umweltdaten und Vorabstimmung mit den entsprechenden Trägern öffentlicher Belange sowie den örtlichen Interessenvertretungen für die Festlegung eines Grobkorridors im Vorfeld der Untersuchung dringend erforderlich gewesen wäre.
Für das weitere Planverfahren wird es notwendig, den Dialog mit der Bevölkerung auf alle veröffentlichten Trassenkorridore auszuweiten. Allen Betroffenen müssen gleiche Beteiligungsmöglichkeiten eingeräumt werden.
Im weiteren Verfahren sollte bei den Alternativtrassen neben der Prüfung der Raumwiederstände die technische Umsetzung der neuen Methodik einer Erdverkabelung mit vorgestellt werden und in diesem Zusammenhang auch eine Grobeinschätzung der wirtschaftlichen Aspekte mit in die Bewertung einfließen.“