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Töster Tafel: Zehn Jahre Engagement für die Bedürftigen der Gesellschaft

Gratulanten und Engagierte der Töster Tafel (v. li.): Bürgermeister Gerhard Netzel, Christian Weiß von der Vorwerk-Stiftung, Koordinatorin Carola Junge, Samtgemeinderat Stefan Walnsch, Herbergsvereins-Vorstandsmitglied Ursula Sendes, Geschäftsführer Peter Johannsen und Regina Böttger, die sich seit acht Jahren für die Tafel engagiert
bim. Tostedt. "Ich habe mehrere Kinder großgezogen. Mein Mann hat immer gearbeitet, aber im unteren Sektor. Deshalb haben wir eine sehr kleine Rente. Wenn wir nicht zur Tafel kommen könnten, hätte ich mein altes Auto, mein kleines bisschen Freiheit, aufgeben müssen." Mit diesen bewegenden Worten bedankte sich jetzt eine Kundin bei allen, die sich für die Töster Tafel, die Lebensmitelausgabe für bedürftige Menschen, engagieren. Anlass war das zehnjährige Bestehen der Einrichtung, die der Herbergsverein, Altenheim und Diakoniestation zu Tostedt mit ehrenamtlicher Unterstützung der Johannes-Kirchengemeinde und der finanziellen Förderung der Irene und Friedrich Vorwerk-Stiftung betreibt.
Diese Worte zeigen auch: Armut betrifft viele Menschen und kann jeden - auch unverschuldet - treffen. Dennoch wird das Thema allzu oft verdrängt.
"Für viele unserer Mitbürger reicht es aufgrund wirtschaftlicher Zwänge nicht mehr dazu, den Essenstisch über den täglichen Mindestbedarf hinaus Notwendige zu decken. Manche können sich selbst das nicht mehr leisten. Vor diesem Hintergrund ist es nicht nachvollziehbar, dass täglich in Supermärkten, Restaurants oder Bäckereien einwandfreie, hochwertige Lebensmittel vernichtet werden", so Tostedts Bürgermeister Gerhard Netzel.
Herbergsvereins-Geschäftsführer Peter Johannsen sprach von elf Millionen Tonnen Lebensmitteln, die jährlich in Deutschland vernichtet würden. Aufgabe der Tafel sei es, die Not zu lindern und Lebensmittel vor der Vernichtung zu bewahren.
In den vergangenen zehn Jahren haben die ehrenamtlichen Helfer der Töster Tafel geschätzte 30.000 volle Einkaufswagen an Lebensmitteln von Supermärkten, Bäckereien und Hofläden abgeholt und an zwei Tagen in der Woche - dienstags ab 14.45 Uhr und freitags ab 10.45 Uhr - an die Tafelkunden weitergegeben. Derzeit hat die Töster Tafel 452 registrierte Kunden, rund 60 kommen pro Ausgabetag. "Durch den Zuzug von Flüchtlingen, die uns ebenso willkommen sind, mussten wir eine neue Regelung finden", so Johannsen. Denn die Ehrenamtlichen, die zuletzt sechs statt zweieinhalb Stunden die Ausgabe betreuten, stießen an ihre Grenzen. Deshalb und um bei gleichbleibender Warenmenge eine Gleichbehandlung zu gewährleisten, habe man die Anzahl der Kunden pro Ausgabetag halbiert und eine Nummernregelung eingeführt, nach der Kunden mit geraden Zahlen am Mittwoch und die mit ungeraden Zahlen am Freitag bedient würden.
Neu hinzu gekommen sind nun die in der Unterkunft an der Todtglüsinger Straße untergebrachten Flüchtlinge. "Da wir derzeit ein vorübergehendes Waren-Mehrangebot haben, das nicht bis Freitag gelagert werden kann, geben wir diese Lebensmittel mittwochs dorthin", erklärt Johannsen.
Als "Brücke zwischen Mangel und Überfluss" würdigte Samtgemeinderat Stefan Walnsch die Tafeln. Diese seien eine der größten sozialen Einrichtungen Deutschlands, bei denen sich 60.000 Ehrenamtliche darum kümmern, rund 1,5 Millionen Bedürftige mit Lebensmitteln zu versorgen.
Er sowie die übrigen Redner bedankten sich bei den derzeit 36 Ehrenamtlichen der Tafel für ihr großartiges Engagement sowie bei der Irene und Friedrich Vorwerk-Stiftung für die finanzielle Unterstützung.
Weitere Helfer werden jederzeit gebraucht. Wer sich für die Töster Tafel einsetzen möchte, meldet sich bei Koordinatorin Carola Junge unter Tel. 04182-20090.