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Tostedterin mit westafrikanischen Wurzeln in Mexiko

Soumaiya Maazou mit den Unterlagen für ihren Mexiko-Aufenthalt

Soumaija Tahir (18) weiß genau, was sie will / „Meine Hautfarbe war nie ein Problem“


bim. Tostedt.
Sie fällt nicht nur durch ihr Äußeres auf, sondern auch durch ihre herzliche Ausstrahlung: Soumaija Tahir (18). Die selbstbewusste und ehrgeizige, junge Frau aus Tostedt hat soeben ihr Abitur mit einem Notendurchschnitt von 2,4 bestanden und will nun für ein Jahr nach Mexiko gehen, anschließend in Holland oder Schottland Medizin studieren.
Soumaija Tahirs Eltern stammen aus Niger (Westafrika). Sie selbst ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Ihre dunkle Hautfarbe war für sie nie ein Problem. „Ich war nie eine Außenseiterin. Manchmal werde ich von Kindern groß angeguckt. Ansonsten habe ich keine Lust, auf komische Blicke zu reagieren. Ich denke dann, diese Leute haben selbst kein interessantes Leben“, sagt Soumaija.
Was sie in ihrem Leben erreichen will, weiß die 18-Jährige ganz genau. So wechselte sie nach dem Besuch der Realschule in Tostedt und des Gymnasiums am Kattenberge in Buchholz ans Hamburger Lessing-Gymnasium. „Weil ich dort PGW - Politik, Gesellschaft, Wirtschaft - wählen konnte. Dieses Fach gibt es in Niedersachsen nicht“, sagt sie.
Derzeit jobbt sie auf dem Obsthof Busch und im Rewe-Markt in Tostedt. Dort ist sie als sehr nett und aufgeschlossen bekannt und beliebt. Das Geld, das sie dort verdient, spart sie als Taschengeld für ihren Aufenthalt in Mexiko und legt es für ihr Studium zurück.
Ihr Mexiko-Aufenthalt ist ein entwicklungspolitischer Lerndienst, mitgetragen von „weltwärts“ und organisiert von den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten.
Auf die Idee des Auslandsjahres brachte sie im vergangenen Jahr eine Studentin, mit der sie als Jugendleiterin in einem Theater-Sprach-Camp für Kinder arbeitete.
In Mexiko wird Soumaija in einem von Ordensschwestern geleiteten Waisenhaus Kinder bis zwölf Jahre im Freizeitbereich betreuen. „Das Projekt dient dazu, die interkulturellen Beziehungen zu fördern. Wir arbeiten im Waisenhaus eher wie Praktikanten, erlernen außerdem die Sprache und lernen die Kultur kennen“, so Soumaija.
Sie spricht Deutsch, Französisch und Englisch. Seit zwei Jahren erlernt sie außerdem Spanisch, sodass die Verständigung gewährleistet sein dürfte.
„Ich freue mich schon total auf das Jahr in Mexiko. Am 1. September fliege ich los“, strahlt Soumaija.
Und wenn Soumaija wieder zurück ist, hofft sie, in Holland oder Schottland Medizin studieren zu können. Dort wird dafür kein Numerus Clausus von 1,1 verlangt. „In Schottland zählt vor allem das Motivationsschreiben. In Holland gibt es kleinere Lerngruppen, sodass die Mentoren mehr Zeit für die Studenten haben“, hat Soumaija recherchiert. „Ich habe eben genau geguckt, wo ich meinen Traum verwirklichen kann“, sagt die sympathische, junge Frau.
• Für den Mexiko-Aufenthalt ist sie angehalten, einen Förderkreis aufzubauen und Spender zu gewinnen. Wer helfen will, meldet sich bei Soumaija Tahir unter
www.soumaiya94@web.de.