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Unterricht in der "Kneipe"

In einem der neuen Klassenräume: Schulleiterin Uta von Hörsten und Uwe Jungmann, Geschäftsführer des Elias-Schulzweigs (Foto: bim)
bim. Wistedt. Ein wohl einmaliges Konzept wurde jetzt in Wistedt umgesetzt:
In der früheren Kneipe "Aldags Gasthof" werden Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf unterrichtet. Die heilpädagogische Elias-Schule hat damit nicht nur Platz für sich gewonnen, sondern auch das Gebäude vor dem Verfall und einem möglichen Abriss gerettet. Der "Aldaghof", wie ihn Kollegium und Schüler liebevoll nennen, steht der Dorfgemeinschaft weiter für Versammlungen und Stammtische zur Verfügung. "Wir sind schließlich auch Bestandteil des Dorfes", so Schulleiterin Uta von Hörsten. Der frühere Besitzer Heinrich Aldag hat Wohnrecht auf Lebenszeit.
Im April vergangenen Jahres hatte die Elias-Schule die Gaststätte erworben und binnen eines halben Jahres die unteren Räume saniert und zum Teil umgebaut. Kosten insgesamt: 800.000 Euro, davon sind 110.000 Euro Eigenkapital, 90.000 Euro stammen aus Spenden und Stifungen und 600.000 Euro sind finanziert.
Im Aldaghof sind drei neue Unterrichtsräume und eine top-moderne Küche entstanden. Dabei wurde Wert darauf gelegt, den Charme des Hauses zu erhalten. Bis Ende 2012 stand Heinrich Aldag noch an ein bis zwei Tagen in der Woche hinter dem Tresen im Gastraum, in dem heute die Schüler ihre Mahlzeiten einnehmen. Einige der schmucken alten Möbelstücke wurden integriert. Der Saal des früheren Gasthauses, den die Schule auch schon in den vergangenen Jahren nutzen durfte, dient als Aula.
Nach und nach sollen demnächst die früheren Hotelzimmer im Obergeschoss in bis zu sechs weitere Unterrichts- und Therapieräume umgebaut werden.
Uta von Hörsten: "Wir haben mit der alten Schule, dem Neubau, der Turnhalle und dem Aldaghof nun vier Häuser." In der neuen Küche werden täglich 120 Mahlzeiten frisch gekocht. Die Elias-Schüler mit dem Schwerpunkt Hauswirtschaft werden beim Kochen mit einbezogen. Köchin Astrid Köhn ist gleichzeitig Ernährungsberaterin und kann auf mögliche Nahrungsmittelunverträglichkeiten der Schüler Rücksicht nehmen. Die Zutaten kommen u.a. von Bauernhöfen aus dem Dorf und vom Wochenmarkt in Tostedt.
Auch vom örtlichen Kindergarten und einzelnen Dorfbewohnern gibt es schon Anfragen, mit Essen aus der Schulküche beliefert zu werden. Uta von Hörsten: "Erstmal soll der Schulbetrieb laufen. Später können wir dann evtl. auf solche Anfragen eingehen."
• Die heilpädagogische Elias-Schule wurde 2003 als Schulzweig der Rudolf-Steiner-Schule Nordheide in Kakenstorf gegründet. Der Elias-Schulzweig integriert jeweils in einer Klasse förderbedürftige Schüler in den Bereichen Lernen, emotionale und soziale Entwicklung, geistige Entwicklung sowie motorische und körperliche Entwicklung. Inzwischen werden an der Schule rund 100 Schüler in den Klassenstufen 1 bis 11 unterrichtet. Das Ziel ist es, bald Jugendliche bis Klassenstufe 12 dort zu unterrichten.