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Von königlich privilegiert bis bürgerkriegserfahren - das Norddeutsche Landesböllertreffen in Hanstedt hatte einiges zu bieten

Hier "qualmen" die Kanonen
bim. Hanstedt. In Hanstedt erbebte am Samstagnachmittag die Erde, ohrenbetäubender Donner erfüllte die Luft, dichte Nebelschwaden waberten über den Festplatz: Ursache dafür war jedoch kein Unwetter, sondern das 2. Norddeutsche Kanonen- und Landesböllertreffen des Böllerregimentes Hamburg, das Regimentsgründer Klaus Oswald organisiert und in Kooperation mit dem Hanstedter Schützenverein ausgerichtet hatte. 20 Vereine aus ganz Norddeutschland, teilweise in original Uniformen, waren für dieses Ereignis nach Hanstedt gereist.
Dabei war etwa die königlich privilegierte Schützengilde Mühlberg/Elbe von 1354 aus Süd-Brandenburg, deren Teilnehmer einen ganzen Reisebus füllten. Drei Männer und drei Frauen der Gilde führten das Schießen aus Standböllern vor. "Wir böllern seit 1857. Die acht Standböller, Typ Mühlberg, sind selbst gebaut und einmalig auf der Welt", erläuterte Rüdiger Pohle, Landesreferent für Tradition und Brauchtumspflege des Brandenburgischen Schützenbundes. Die Böller haben ein Kaliber von 50 mm und benötigen 150 Gramm Pulver pro Schuss. Gezündet werden sie mit Zündhütchen und Perkussionszündung, wobei der Schütze zehn Meter entfernt steht. "Alle brandenburgischen Ministerpräsidenten wie Manfred Stolpe und Matthias Platzeck sind bei uns Mitglied", berichtete Pohle. Ebenso stolz ist die Gilde auf ihr 2012 verstorbenes Ehrenmitglied Prinz Albert von Sachsen, dem zu Ehren im Mai dieses Jahres ein Denkmal eingeweiht wurde unter Beteiligung der Schützengilde Mühlberg/Elbe.
In original amerikanischen Bürgerkriegsuniformen präsentierte sich die "Rhode Island Artillery" aus Coppenbrügge bei Hameln. "Unsere Kanone ist ein Zwölfpfünder-Feldgeschütz, ein originalgetreuer Nachbau der 1847 in Pennsylvania in Dienst genommenen Kanone, die 1863 in Gettysburg bei einer der größten Schlachten auf dem amerikanischen Kontinent zum Einsatz kam", erklärte Andreas Nickel.
Das Abschießen der Hand- und Standböller sowie der Kanonen war auch eines der Highlights für die Zuschauer, die der Vorführung nicht ohne Gehörschutz folgen durften. Außerdem begeisterte ein Festzug durch den Ort, begleitet von zünftiger Blasmusik.