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Vorerst keine Entscheidung beim Tostedter Freibadförderverein / Neuwahlen wegen eines Formfehlers nicht möglich

Würden den Förderverein als Vorstand weiterführen (v. li.): Uwe Rosenow, Nadja Weippert und Ernst Riebandt
bim. Tostedt. Der Frust beim Vorstand des Tostedter Freibadfördervereins ist groß: Statt den Verein auflösen oder einem neuen Vorstand übergeben zu können, ist eine weitere Mitgliederversammlung notwendig - wegen eines Formfehlers. Bereits im Juni waren die Einladungen zu dieser außerordentlichen Mitgliederversammlung, in der der gesamte Vorstand seinen Rücktritt angekündigt hatte, verschickt worden. Allerdings war nicht - wie erforderlich - eine Tagesordnung angefügt, die den Mitgliedern zwei Wochen zuvor hätte zukommen müssen. Vorsitzende Jasmin Kramer, ihre Vertreterin Jennifer Felkner sowie die Vorstandsmitglieder Monique Kage und Danny Artelt waren darüber wenig erfreut und fühlten sich vorgeführt, als Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam sie zum Versammlungsbeginn darauf aufmerksam machte. Dieser Passus im Vereinsrecht war den Ehrenamtlichen nicht bekannt, und sie hätten sich eine frühere Information gewünscht.
Zudem gab es zu Beginn einen Eklat: Der langjährige DLRG-Vorsitzende Uwe Rosenow hatte einen Antrag auf Mitgliedschaft gestellt und den Mitgliedsbeitrag auch bereits überwiesen. Ihm sei es wichtig, den Förderverein fortzuführen, sagte er. Uwe Rosenow sowie Ernst Riebandt und Nadja Weippert erklärten sich zudem bereit, als neuer Vorstand zu fungieren. Da Rosenows Antrag aber nur zwei Tage vor der Mitgliederversammlung eingegangen war, hatte der Vorstand beschlossen, den Antrag zurückzustellen und vorläufig abzulehnen. Nach einigem Hin und Her und einer Beratungsunterbrechung einigte sich der noch amtierende Vorstand darauf, dem Trio nicht die kommissarische Leitung bis zur nächsten turnusgemäßen Wahl im November 2017 zu übertragen, sondern die Mitglieder in einer weiteren Versammlung über den Fortbestand des Vereins und den neuen Vorstand entscheiden zu lassen.
Dass sie die Verantwortung lieber heute als morgen abgeben würden, daraus machten die noch amtierenden Vorstandsmitglieder keinen Hehl. Zu tief sitzt offenbar auch die Enttäuschung über die mangelnde Mitgliederbeteiligung, u.a. bei Arbeitseinsätzen oder beim Springberry-Festival. „Alle schreien nach einem Förderverein, aber wo bleibt die aktive Unterstützung?“, fragte Jennifer Felkner. Die Vereinsarbeit sei vorwiegend von den vier Vorstandsmitgliedern geleistet worden. „Das Organisationsteam beim Springberry-Festival war super. Aber für die Hilfe beim Auf- und Abbau hatten sich Leute in Listen eingetragen, die einfach nicht kamen“, beklagte sie. Und es habe sogar Leute gegeben, die sich darüber beschwert hätten, weshalb der Förderverein zu den Öffnungszeiten des Freibades nicht dabei helfe, Zigarettenkippen vom Rasen zu sammeln, berichtete Monique Kage.
Das mangelnde Interesse zeigte sich nun auch bei dieser wichtigen Versammlung im Rathaus-Sitzungsraum, zu der von den 250 Mitgliedern nicht einmal 20 erschienen.
Die Anwesenden sprachen dem Noch-Vorstand ein großes Lob für sein großartiges Engagement aus. „Es steckt allein schon viel Arbeit darin, 250 Mitglieder zu werben“, meinte Samtgemeinde-Bürgermeister Dörsam. Er wies auf die Notwendigkeit des Fortbestehens eines Fördervereins für das Tostedter Freibad hin. Und eine Vereinsfortführung, womöglich auch unter anderem Namen, sei einfacher, als einen neuen Verein zu gründen.
Der Vorstand hatte seinen angekündigten Rücktritt u.a. damit begründet, dass das Vereinsziel „Rettet das Freibad Tostedt“ erreicht sei, nachdem die Sanierung des Bades beschlossene Sache ist. Das sieht Mitglied Jürgen Salewsky anders: „Das Vereinsziel ist für mich persönlich erst erreicht, wenn das sanierte Bad eröffnet ist“, sagte er.
• Die entscheidende Mitgliederversammlung, in der auch ein neuer Vorstand gewählt werden soll, findet am Mittwoch, 14. September, um 19 Uhr im Rathaus-Sitzungsraum statt.