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"Wann kommt die Abbiegespur von der B75 nach Kakenstorf?"

Schulsekretärin Anke Tödter (li.) und die genervte Mutter Barbara Schmitz zeigen auf die Fußgängerampel auf der B75, die im "Baumtunnel" untergehe
 
"Hier fehlt eine Abbiegespur", finden Schulsekretärin Anke Tödter (li.) und Mutter Barbara Schmitz
bim. Kakenstorf. Eltern und Lehrer der Rudolf-Steiner-Schule Nordheide in Kakenstorf sind gleichermaßen genervt und besorgt: Seit sechs Jahren kämpfen sie um mehr Verkehrssicherheit an der Einmündung der B75 in Richtung Lange Straße (K45). Getan hat sich seither wenig. Darin, dass etwas passieren muss, sehen sie sich nach einem erneuten Unfall bestätigt.
Wie berichtet, war in der Vorwoche ein Lkw aus Richtung Trelde kommend auf einen Schulbus aufgefahren, der nach links zur Schule abbiegen wollte. Der Busfahrer (23) und ein achtjähriges Mädchen im Bus wurden leicht verletzt. "Das Mädchen saß in der vorletzten Reihe, als der Lkw auf den Bus auffuhr. Vermutlich durch den Aufprall wurde es zu Boden geworfen und verletzte sich an Kinn und Ellenbogen", so Schulsekretärin Anke Tödter. Sie selbst hatte im vergangenen Oktober ebenfalls einen Unfall an gleicher Stelle. Auch sie wollte nach links auf die K45 abbiegen, was ein hinter ihr fahrender Pkw-Führer offenbar zu spät bemerkte. Und 2010 war Insa Koch, Gruppenleiterin im dortigen Waldorf-Kindergarten, beim Abbiegen von einem Lkw übersehen worden, ihr Auto hatte nach dem Crash nur noch Schrott-Wert.
Nach einem Ortstermin im September 2012 mit dem Landkreis Harburg, der Landesstraßenbaubehörde, der Polizei, Schule und Gemeinde war u.a. auf der B75 vor der Rechtsabbiegespur aus Richtung Tostedt kommend ein Schild mit dem Hinweis auf Kinder sowie auf die auf der K45 geltenden 50 km/h aufgestellt und die Abbiegespur mit einer Randmarkierung versehen worden. Beides nützt in der Gegenrichtung allerdings nichts, um die zuvor beschriebenen Unfälle zu vermeiden.
Helfen könnten eine Linksabbiegespur aus Richtung Trelde auf die K45 und eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h.
Dass all das im Bereich einer Zufahrt zur Schule nicht möglich sein soll, lässt Mutter Barbara Schmitz nicht gelten. Schließlich gibt es im Verlauf der B75 an der Zufahrt zum Baggersee eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h und eine Fußgängerampel. Dort wird derzeit aufgrund des gestiegenen Verkehrsaufkommens über eine Voll-Ampel politisch beraten. Außerdem gibt es nun auch eine Voll-Ampel und zwei Linksabbiegespuren im Bereich des erweiterten Gewerbegebietes Harburger Straße. "Es kann doch nicht sein, dass Abbiegespuren zum Baggersee, zum Gewerbegebiet und zu einem Feldweg Vorrang vor der Sicherheit unserer Kinder haben. Diese Spuren sind gerechtfertigt. Aber für unsere Kinder wollen wir das auch", fordert sie.
Die Fußgängerampel auf der B75 in Höhe der Schule mache außerdem keinen Sinn, da es dort keine Kinder gebe, die die Straße in dem Bereich überqueren würden, so Barbara Schmitz und Anke Tödter. Nur eine Voll-Ampel mit Fühler mache Sinn - auch, um bei Stoßzeiten den Rückstau auf der K45 zu vermeiden.
Das sagt die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Lüneburg, in deren Baulast die B75 gehört: Um Maßnahmen zu ergreifen, bedarf es Analysen und Auswertungen von Unfalllagen durch die Polizei, sagt Geschäftsbereichsleiter Dirk Möller. Bei Auffälligkeiten werde die Unfallkommission, bestehend aus Polizei, Verkehrsbehörden und in diesem Fall der Landesstraßenbaubehörde als Baulastträger der B75, eingeschaltet, die - bei einer tendenziellen Gleichwertigkeit von Unfällen - eine Empfehlung abgebe. "Wir als Straßenbaubehörde nehmen das entgegen und schauen, welche Maßnahmen vorgenommen werden können. Das können Ummarkierungen, Geschwindigkeitsbegrenzungen bis hin zu Baumaßnahmen sein", so Möller.