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Weisser Ring fordert sensibleren Umgang mit Kriminalitätsopfern

Karl-Heinz Langner (Foto: archiv)
(bim). "Wer beruflich mit Kriminalitätsopfern zu tun hat, muss sich besser in deren Situation hineinversetzen können", fordert Karl-Heinz Langner, Außenstellenleiter der Opferhilfeorganisation Weisser Ring im Landkreis Harburg, anlässlich des Tags der Kriminalitätsopfer am 22. März. „Ob Anwälte, Richter oder Mitarbeiter von Behörden: Vielen, die in ihrem Berufsleben mit Kriminalitätsopfern zu tun haben, fehlt der Blick dafür, was Opfer brauchen und was ihnen beim Verarbeiten der Tat hilft. Das muss sich dringend ändern“, kritisiert Langner. Oft sei es nicht nur das Verbrechen selbst, an dessen Folgen Opfer körperlich und psychisch jahrelang leiden. Auch mangelnde Sensibilität derer, die beispielsweise im Verlauf eines Strafverfahrens mit Opfern in Kontakt kommen, sorge für eine zusätzliche Belastung.
Der Weisse Ring fordert aus- und weiterbildende Einrichtungen der entsprechenden Berufsgruppen auf, die Perspektive von Kriminalitätsopfern fest in ihre Lehrpläne zu integrieren. Der Weisse Ring bietet dazu an seiner Akademie spezielle Seminare und Schulungen an: zum Beispiel Seminare für Anwälte oder Polizisten zum Opferentschädigungsgesetz oder zur psychosozialen Prozessbegleitung.
Auch die Mitarbeiter des Weissen Rings durchlaufen Seminare, in denen u.a. Inhalte zu Opferrechten in- und außerhalb von Strafverfahren vermittelt werden, und sie erlernen den richtigen Umgang mit traumatisierten Opfern, um in der Beratung der den richtigen Ton zu treffen und die Balance zwischen Nähe und Distanz zu wahren. „Opfer brauchen Profis“, sagt Langner.
Und auch weitere Opferhilfe-Profis werden gebraucht: Aus diesem Grund sucht die Außenstelle im Landkreis Harburg neue Mitarbeiter. Wer Interesse an einem Ehrenamt beim Weissen Ring hat, meldet sich bei Karl-Heinz Langner unter Tel. 0151-55164733 oder per E-Mail an: karl-heinz.langner.wr@ewe.net.