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Wie Kinder im Straßenverkehr sicherer werden

Trotz 30 km/h an der Straße vor dem Kindergarten fahren viele Autofahrer schneller. Die Polizeikommissarin erklärte, wie lang der Bremsweg bei verschiedenen Geschwindigkeiten ist
bim. Otter. Allein im Jahr 2012 sind 5.617 Kinder bundesweit im Straßenverkehr verunglückt, davon 21 tödlich. Umso mehr tut Aufklärung Not - auch bei erfahrenen Autofahrern. Über Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr als Fußgänger, Fahrradfahrer und Mitfahrer informierte jetzt die Polizeikommissarin und Präventionsbeauftragte Katrin Ragge (41) interessierte Eltern im Kindergarten Otter. Sie ist Mutter dreier Kinder im Alter von zwei bis zehn Jahren und kann auch aus eigener Erfahrung berichten.
Kinder haben eine längere Reaktionszeit, - auch aufgrund ihrer Größe - einen eingeschränkteren Blickwinkel und können noch nicht so differenziert hören, sodass sie Verkehr als "Geräuschsalat" wahrnehmen, so Katrin Ragge. Außerdem stelle die Straße für Kinder häufig eine Spielumgebung dar. Sie trauen den Autos zu, dass sie sofort stoppen können oder halten Scheinwerfer für Augen, von denen sie schon rechtzeitig gesehen würden. Beim Überqueren eines Zebrastreifens beispielsweise sollten Kinder daher lernen, den Blickkontakt mit den Autofahrern zu suchen.
"Ich bin häufig morgens an Grundschulen und Kindergärten unterwegs. Da spielen
sich mitunter Dramen ab, weil die Eltern die Kindersitze falsch benutzen", so Katrin Ragge. An den Puppen "Frida" und "Fridolin" zeigte die Kommissarin, wie fest Kinder im Kindersitz angegurtet werden müssen. "Sie sind Vorbild. Ihre Kinder ahmen alles nach", mahnte sie die Eltern, "wenn Sie sich nicht anschnallen, macht das Kind das auch nicht. Und fahren Sie nicht weiter, wenn das Kind sich selbst abschnallt. Dann können Sie es auch gleich liegend im Fußraum befördern." Bis zu einer Größe von 1,50 Meter oder bis zum Alter von zwölf Jahren sollten Kinder im Kindersitz befördert werden. Werde dieser zu eng, sei auch eine Sitzschale möglich. Außer in Babyschalen dürfen Kinder darin auch auf dem Beifahrersitz mitfahren.
Wenn Eltern ihre Kinder aus dem Auto aussteigen lassen, sollte das nicht auf der Straßenseite geschehen.
Der Anhalteweg eines Autos errechne sich aus Reaktionszeit und Bremsweg. Bei trockenem Asphalt betrage dieser bei 30 km/h zwölf Meter, bei 50 km/h 25 Meter und bei 60 km/h 33 Meter.
Kindergärten, Grund- und weiterführende Schulen aus der Samtgemeinde Tostedt, die sich über Kinder im Straßenverkehr, Gewaltprävention oder Medienerziehung informieren möchten, melden sich bei der Polizei Tostedt unter Tel. 04182-28000.