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Würdevoller Abschied von Asendorfer Kutscherin

Sybille Winklers letzter Weg in der historischen Kutsche, auch Leichenwagen genannt
bim. Asendorf. Diese Würde, so berichtete Kutscher Detlef Böhlmann aus Otter, wird sonst nur Königen und Staatsoberhäuptern zuteil: Die passionierte Kutscherin Sybille Winkler, die kürzlich im Alter von 69 Jahren verstorben ist, trat jetzt von der Kapelle des Asendorfer Friedhofs in einer historischen Kutsche ihren letzten Weg an. Die Kutsche wurde gezogen von "Mozart" und "Gent", den Pferden der Winklers.
Sybille Winkler gehörte dem "Kutscherteff" an, einer Clique von Freunden, die sich vor rund 20 Jahren beim Lehrgang zum Kutschenführerschein kennengelernt hatten. Die damals zwölf Kutscher trafen sich während des Lehrgangs immer bei Sybille und Gottfried Winkler und anschließend einmal im Monat reihum. Zwei von ihnen sind Detlef Böhlmann aus Otter und Georg Richter aus Dierstorf, die ihrer verstorbenen Freundin mit dieser Kutschfahrt einen letzten Wunsch erfüllten. Sie hatten die historische Kutsche aus den 1930er Jahren aus Hannover abgeholt. Diese hatte Freiherr Heinrich von Senden aus Burgwedel vor rund 30 Jahren einem Bestattungsunternehmer abgekauft, restaurieren lassen und damit Prominente wie Dressurreiter und Bundestrainer Holger Schmetzer befördert. Vor rund zwei Jahren erwarb sie Heinrich Lindemann aus Garbsen, der das gute Stück für Beerdigungsfahrten verleiht. "Mit einem 7,5-Tonner haben wir sie am Dienstag von dort abgeholt und nach Asendorf gebracht", berichtete Georg Richter.
Detlef und Tanja Böhlmann hatten vor der Trauerfeier eine Testfahrt unternommen. Da die Kutsche noch Eisen- statt moderner Gummireifen hat, musste geprüft werden, ob die Pferde sich bei den lauteren Fahrgeräuschen erschrecken. Doch "Mozart" und "Gent" meisterten die Herausforderung und trugen - wie viele Trauergäste um Ehemann Gottfried und Sohn Martin - dazu bei, Sybille Winkler einen würdigen Abschied zu bereiten.