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A1-Anlieger: "Wir leiden unter dem Autobahnlärm"

"Wir leiden unter dem A1-Lärm", sagen Sabine und Uwe Nadolny
bim. Hollenstedt. Wenn Sabine und Uwe Nadolny sich im Garten mit ihren Nachbarn unterhalten wollen und der Wind steht ungünstig, müssen sie die Stimme erheben und genau hinhören, um sich gegenseitig zu verstehen. Die beiden wohnen seit 2010 in Hollenstedt, wenige Meter von der Autobahnraststätte an der A1 entfernt. Seit dem Ende des sechsspurigen Ausbaus im Jahr 2012 leiden sie unter dem Lärm, weil der Schallschutz nicht ausreichend ist.
„Wir sind nicht auf ‚blauen Dunst‘ hergezogen, kannten Hollenstedt schon vorher. Auch die Autobahn war nie ein Problem. Man hörte immer ein Rauschen. Das weiß man, wenn man herzieht. Aber der Lärm, den wir jetzt haben, ist ganz anders“, erklären die Nadolnys.
„Wenn wir Nordwind haben, ist es ruhig. Kommt der Wind irgendwie aus südlicher Richtung, wird es grauselig“, sagt Sabine Nadolny. „Wenn es regnet, wird es noch lauter. Schön ist es, wenn es nebelig ist“, sagt sie mit sarkastischem Unterton.
Die sogenannten Agglomeratstreifen, die riffeligen Fahrbahnmarkierungen, verursachen bei jedem Spurwechsel der Fahrzeuge jaulende Geräusche. Eigentlich werden Agglomeratstreifen insbesondere als Randmarkierung zu Standstreifen aufgebracht, um Verkehrsteilnehmer akustisch davor zu warnen, von der Fahrbahn abzukommen. Auf dem Abschnitt der A1 sind jedoch sämtliche Markierungen riffelig. „Wir hören jeden Spurwechsel“, sagt Sabine Nadolny.
Hinzu kommt, dass beim Neu-Aufbau von Lärmschutzwänden im Bereich der Raststätte eine erhebliche Lücke gelassen wurde. Uwe Nadolny schätzt, dass rund 40 Meter fehlen.
Als das Planfeststellungsverfahren vor dem sechsspurigen Ausbau lief, wurden Lärmberechnungen angestellt. Die zweifeln Sabine und Uwe Nadolny - ebenso wie etliche andere lärmgeplagte Anwohner - aber an. So wurden damals die in dem Bereich geltenden 120 km/h zugrunde gelegt, die Geschwindigkeitsbegrenzung nach dem Ausbau aber aufgehoben. „Wenn Pkw statt 130 mit 160 km/h fahren, ist das von der Lärmbelastung her so, als hätte man die doppelte Anzahl an Fahrzeugen. Damit ist die Prognose fehlgeschlagen“, erläutert Uwe Nadolny.
Um das Verkehrsaufkommen zu ermitteln, seien im Juni 2015 durch Freiwillige Verkehrszählungen durchgeführt worden - allerdings nur zwischen 7 und 9 Uhr sowie von 15 bis 19 Uhr, berichten die Nadolnys. „Der Verkehr geht hier um kurz nach 5 Uhr los. Außerdem saß manchmal auch niemand zum Zählen in den Fahrzeugen“, so Sabine Nadolny.
• Um eine Verbesserung des Lärmschutzes und eine Geschwindigkeitsbegrenzung einzufordern, schreiben die lärmgeplagten Anwohner jetzt Petitionen an den Landtag. Eine Vorlage zum Herunterladen und ergänzen ist zu finden unter bi-lärmschutz-hollenstedt.de/.