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Aldi-Erweiterung und Budni-Ansiedlung als Konkurrenz für den Ortskern?

Diplom-Ingenieur und Stadtplaner Tobias Krack
bim. Tostedt. Für die achte Änderung des Bebauungsplans Gewerbegebiet Zinnhütte hat der Planungsausschuss der Gemeinde Tostedt jetzt dem Vorentwurf sowie der Beteiligung der Bürger und Behörden zugestimmt. Im Gewerbegebiet soll der Aldi-Markt vergrößert sowie zusätzlich ein Budnikowsky-Drogeriemarkt und ein Getränkemarkt auf der Fläche des Dänischen Bettenlagers angesiedelt werden. Bis zu einer der nächsten Sitzungen des Fachauschusses soll die Verwaltung analysieren, ob und welche Möglichkeiten es gibt, den Bebauungsplan Zinnhütte so zu ändern, dass die Auswirkungen auf die Geschäfte in der Ortsmitte minimiert werden. Eine Lärmschutzwand soll im städtebaulichen Vertrag festgeschrieben werden.
Vorgestellt wurde der Vorentwurf von Tobias Krack, Diplom-Ingenieur und Stadtplaner des Planungsbüros Patt. Wie berichtet, soll der Aldi-Markt von 800 auf 1.200 Quadratmeter erweitert werden. Das Dänische Bettenlager will sein Lager aufgeben und die Verkaufsfläche um 1.000 Quadratmeter reduzieren. Dort sollen zusätzlich ein 450 Quadratmeter großer Getränkemarkt und ein 850 Quadratmeter großer Drogeriemarkt entstehen. "Die Verkaufsfläche vergrößert sich von 5.600 auf 6.300 Quadratmeter", so Krack.
Welche Sortimente in der Zinnhütte zulässig sind, wird u.a. in der sogenannten "Tostedter Liste" mit innenstadtrelevanten und nicht innenstadtrelevanten Waren geregelt. Der Drogeriemarkt soll Ausnahmeregelungen dahingehend erhalten, dass die Kernsortimente "Drogerieartikel, Kosmetik, Haushaltswaren" zulässig sind und innenstadtrelevante Sortimente wie z.B. Nahrungs- und Genussmittel, Optik, Foto- und Babyartikel auf 30 Prozent der Verkaufsfläche ermöglicht werden.
Bedenken äußerte in der Einwohnerfragestunde Lothar Kurze vom Kaufhaus Bade, das derzeit ebenfalls erweitert wird, um den Kunden ein komfortableres Einkaufen zu ermöglichen und eine umfassendere Angebotspalette zu bieten. "An der Zinnhütte siedelte sich nach und nach Rewe, Aldi, Lidl an, während sich das andere Einkaufszentrum gerade über Wasser hält und Traditionshäuser wie Wilkens schließen. Durch die Bebauungsplanänderung vergrößert der Rat die Gefahr, dass noch mehr Geschäfte im Ortskern kaputt gehen", so Kurze.
Er habe keine großen Bedenken, den Bebauungsplan für Aldi anzupassen, so wie es dem Kaufhaus Bade für die Modernisierung auch ermöglicht wurde, so Gerhard Netzel (SPD). Jedoch mit Blick auf die gegenüberliegende Fläche mit dem abgebrannten Gebrauchtwagenhandel und dem leerstehenden Pflanzenmarkt in der Zinnhütte wollte er wissen, was dort an zusätzlicher Verkaufsfläche möglich ist, damit kein Einzelhandels-Überangebot entsteht. Daher hatte Netzel die eingangs erwähnte Analyse beantragt. Dazu Bauamtsleiter Axel Seute: "Das Grundstück ist als Gewerbegebiet festgesetzt. Einzelhandel ist bis zu einer Fläche von 800 Quadratmetern und 1.200 Quadratmetern Geschossfläche möglich." Die Zinnhütte habe sich zu einem weiteren Schwerpunkt von Handel, Dienstleistung und Gewerbe entwickelt. Wenn man weiteren Einzelhandel verhindern wolle, wäre das schwer zu begründen, so Seute.


Spekulationen über Famila und Netto

bim. In Tostedt halten sich hartnäckig Gerüchte, dass weitere Verbrauchermarkt-Ketten in der Zinnhütte ansiedeln möchten. Damit würde, so die Befürchtung einiger Geschäftsleute im Ortskern, den innerörtlichen Läden Kaufkraft abgezogen. Wie zuvor bei den Geschäftsräumen des früheren Lidl-Marktes an der B75, die mittlerweile als Lager genutzt werden, ist ein Netto-Markt im Gespräch. Die Netto Marken-Discount AG & Co. KG erklärte aber gegenüber dem WOCHENBLATT, gegenwärtig keine Eröffnung in Tostedt zu planen.
Ebenso wird gemunkelt, in der Zinnhütte im Bereich des geräumten Pflanzenmarktes könnte ein Famila-Markt entstehen. Auf WOCHENBLATT-Nachfrage wurde auch seitens der Bünting-Beteiligungs AG mitgeteilt, dass "wir derzeit keine Ambitionen haben, in der Zinnhütte einen Standort zu realisieren".
Ob das Unternehmen weiterhin Interesse am Standort Bahnhofstraße/Triftstraße hat, ist fraglich. Dort wollte die Bünting-Gruppe 2013 einen Combi-Markt errichten und hatte für ihr Vorhaben die Flächen von vier Grundstückseigentümern erworben.
Bereits 1987 wurde der Bebauungsplan "Waldstraße/Bahnhofstraße", der diesen Bereich umfasst, aufgestellt. Seither gab es immer wieder Diskussionen über Bauvorhaben, die sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche nicht in die Umgebung einfügten. Jetzt sollen Bebauungs-Kriterien die Grundlage für einen Vorentwurf zum Bebauungsplan bilden.