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Anwohner ärgern sich über schwere Lkw

Hans-Jochen Neubert (von links), Peter Stelck und Otto Buschmann sehen das historische Kopfsteinpflaster der Straße "Weg zur Mühle" gefährdet Fotos: Sulzyc, Stelck (Foto: Sulzyc)

Im schmalen Weg zur Mühle wechseln die Brummifahrer / Bürger sehen historische Straße gefährdet

ts. Hittfeld. Hans-Jochen Neubert gibt zu, einen leichten Schlaf zu haben. Aber der schwere Lkw des Unternehmens DB Schenker, der gegen fünf Uhr morgens über das historische Kopfsteinpflaster an seinem Eigenheim an der Straße "Weg zur Mühle" in Hittfeld vorbeirattert, weckt auch andere Nachbarn auf. Fahrerwechsel: Ein Trucker steigt mit Koffer aus, ein anderer Landstraßenkapitän ein. So gehe das seit etwa einem Jahr, sagt Hans-Jochen Neubert. Mehrmals am Tag - morgens, am Tage und abends.
Mit seinem Ärger ist Hans-Jochen Neubert nicht allein. Auch andere Anwohner fragen sich, warum so schwere Lkw die eher beschauliche Straße nutzen müssen. Alternativen gäbe es. Den etwa 400 Meter entfernten Park&Ride-Platz an der Autobahn 1 zum Beispiel, sagt Anwohner Otto Buschmann. Oder aber das einen Kilometer entfernte Gewerbegebiet.
Dass die Brummifahrer den schmalen Weg ansteuern, hat seinen Grund: In der Straße steht ein Gebäude mit Wohnungen, die an Lkw-Fahrer, Monteure und Saisonarbeiter vermietet werden. Die Fahrer wechseln bequem vor der Haustür. Verboten ist das nicht. Denn die schmale Straße liegt rechtlich in einem sogenannten Mischgebiet. Wohnen und Gewerbe sind hier erlaubt. Der Grund sind die Diskothek Hittfelder Mühle und zwei Restaurants, die Gäste und Lieferanten über diese Straße erreichen. Zudem ist der Weg die Zufahrt zum Friedhof.
An den Lieferverkehr mit kleineren Lkw stören sich die Anwohner nicht. Aber die 40 Tonnen schweren Laster halten sie dann doch für Fehl am Platz. Vor allem aus einem Grund: Die Lkw fahren über ein Kopfsteinplaster, das unter Denkmalschutz steht. Die Fahrbahn sei wie die im Jahr 1875 errichtete Windmühle ein schützenswertes Baudenkmal, sagt Hans-Jochen Neubert. Bis 1971 war die Mühle noch in Betrieb, Bauern lieferten Roggen und Gerste an. Die Fahrbahn sei ursprünglich für Pferdewagen ausgerichtet gewesen. "Unter der Belastung von 40-Tonnern wird sie zerstört werden. Und wir Anwohner müssen das bezahlen", sagt Peter Stelck verärgert.
Der frühere stellvertretende Ortsbürgermeister Hermann Meyer hat deshalb eine Anfrage an die Gemeindeverwaltung gestellt. Ordnungsrechtlich sehe die Verwaltung keine Handhabe, zu verbieten, dass schwere Lkw die Straße "Weg zur Mühle" befahren. In einem Mischgebiet sei das erlaubt. Eine Tonnagebeschränkung würde ins Leere laufen, sagt Gemeindesprecher Andreas Schmidt. Weil sie nicht für Anlieger gelten dürfte. Und das seien die Brummifahrer nun einmal. Der Gemeindesprecher hat Verständnis dafür, dass sich die Anwohner ärgern. In einem Mischgbeit müssten sie das bedauerlicherweise aber akzeptieren, sagt Andreas Schmidt.