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Anwohner fordert einen Zebrastreifen auf der Poststraße

Kurz hinter die Einmündung in den Waldgarten gehört ein Zebrastreifen, zeigt Ottokar Lembke
bim. Tostedt. "Es kann nicht sein, dass hier nichts unternommen wird. Muss denn erst etwas passieren?", fragt Ottokar Lembke (74). Er fordert einen Zebrastreifen für die Poststraße kurz hinter der Einmündung zur Straße Waldgarten. Das Überqueren der Straße in dem Bereich gegenüber des Kaufhauses Bade sei für ältere und gehbehinderte Fußgänger gefährlich. Erleichterungen für die Fußgängerquerung sollen allerdings erst bei der mittel- bis langfristigen Grunderneuerung der Poststraße vorgesehen werden. Das hatte der Tostedter Gemeinderat bei drei Gegenstimmen beschlossen.
Ottokar Lembke wohnt seit 41 Jahren im Glüsinger Weg in der so genannten Krech-Siedlung. Der Waldgarten sei für die Anwohner der einzige direkte Verbindungsweg, um etwa zum Marktplatz Am Sande, zum Kaufhaus Bade oder über den Parkplatz zur Post zu kommen, die jetzt wieder in der Bahnhofstraße ansässig ist. Zu den Verkehrsstoßzeiten kann es auf der Poststraße für Fußgänger zu unübersichtlichen Situationen kommen. Ältere und Gehbehinderte müssten immer den richtigen Moment abpassen, um über die Straße zu kommen, so Lembke.
Auf der Poststraße, an der auch Grundschule und Kindergarten liegen, gilt Tempo 30. An den Straßeneinmündungen gilt rechts vor links. Für 2015 wurde ein Verkehrsaufkommen von 6.400 Fahrzeugen pro Tag prognostiziert. Insbesondere geht es um Pkw und Schulbusse. Allerdings gebe es keine "auffällige Unfalllage", wie ein Ortstermin mit Polizei und Verkehrsbehörde ergeben hatte.
Die Verwaltung war vom Bauausschuss im Mai beauftragt worden, Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Demnach kommen ein Fahrbahnteiler wegen der Fahrbahnbreiten und eine Bedarfsampel aufgrund des aufwendigen Baus und der laufenden Kosten nicht in Frage. Zur Verbesserung der Sichtverhältnisse sei das Entfernen von Bäumen im Einmündungsbereich des Waldgartens möglich. In einigen Jahren, wenn die Poststraße erneuert werden muss, könnte über eine Umgestaltung mit Verschwenkungen nachgedacht werden, so die Verwaltung. Von dem von Ottokar Lembke geforderten Zebrastreifen raten Verkehrsbehörde und Polizei ab, da dem Fußgänger eine Sicherheit suggeriert werde, die ihn unaufmerksam mache.
Diese Argumentation kann Ottokar Lembke nicht nachvollziehen. Er versucht seit rund einem Jahr, bei Verwaltung und Rat Gehör zu finden, fühlt sich aber teilweise nicht ausreichend ernst genommen. "Über einen Zebrastreifen kommt man leicht rüber. Von Unfällen auf Zebrastreifen habe ich noch nichts gehört", sagt er.
Dass man Älteren und Gehbehinderten zumuten will, bis zur B75 zu laufen, um dort die Straße zu überqueren - wie von der Verwaltung vorgeschlagen -, sei anmaßend. Der Umweg sei zu groß. "Ich fordere ja keine Brücke, keinen Tunnel und keine Ampel, nur einen Überweg, auf dem diese Leute die Straße in Ruhe überqueren können", so Lembke.