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Bauland Handeloh: Samtgemeinde Tostedt soll den Flächennutzungsplan ändern

bim. Handeloh. Die Gemeinde Handeloh soll das Vorhaben, entlang der Wörmer Straße Bauland zu entwickeln, weiter verfolgen. Das befürwortete kürzlich der Bauausschuss mehrheitlich mit den Stimmen von FWH und SPD. Die Samtgemeinde Tostedt soll das über eine Flächennutzungsplanänderung möglich machen. Eine Reihe von Bürgern sehen das allerdings kritisch.
Wie berichtet, hat die Gemeinde knapp sieben Hektar Grünland entlang der Wörmer Straße erworben, die nun in Bauland umgewandelt werden sollen. Zirka 50, je um die 1.000 Quadratmeter großen Grundstücke könnten nach und nach dort entstehen.
Gegen das Vorhaben gibt es bereits die Bürgerinitiative "Lebenswertes Handeloh". Einige ihrer Kritikpunkte: Durch die Bebauung gehe das Ortsbild verloren. Denn das Dorf und der Ortsteil Wörme würden dadurch baulich zusammenwachsen. Das Gebiet wird daher schon "Handeloher Propfen" genannt. Die Initiative befürchtet, dass entlang der Wörmer Straße diverse Bäume gefällt werden müssten und der Tourismus und die tierische Artenvielfalt gefährdet würden. Außerdem würden durch die Bebauung zu den vorhandenen 500 Häusern im Hauptort weitere zehn Prozent hinzukommen und bestehende Bauten an Wert verlieren.
"Geht es der Gemeinde in erster Linie darum, Grundstücke für junge Familien zur Verfügung zu stellen, oder darum, das Gebiet in Bauland umzuwandeln?", wollte ein Bürger in der Einwohnerfragestunde wissen. Bürgermeister Heinrich Richter (Freie Wählergemeinschaft Handeloh, FWH) bekräftigte, dass es um die Ansiedlung junger Familien sowie um den Erhalt von Grundschule und Kindergarten und der Infrastruktur vor Ort gehe.
Iris Gronert (CDU) sah sich nicht in der Lage, das Thema zu beraten, da eine komplette Aufstellung aller bereits jetzt bebaubaren Flächen fehle. Es stelle sich doch auch die Frage, wieviel Wohnbaufläche einer Gemeinde zustehe.
Auch Waldemar Hindersin (Grüne) fand den Punkt wegen der fehlenden Analyse nicht beschlussfähig. Im Sinne der jetzigen und nicht der künftigen Bewohner solle man sich Zeit nehmen, um mit den Bürgern eine konforme Lösung zu finden. Planer Frank Patt habe lediglich eine Analyse für die jetzt zur Rede stehenden Flächen an der Wörmer Straße gemacht, nicht aber im Hinblick auf die Auswirkungen auf umliegende Flächen, die Umwelt und Siedlungsstrukturen, so Hindersin.
Harald Stemmler (FWH) wies auf das bevorstehende langwierige Flächennutzungsplanverfahren hin, das mindestens zwei Jahre in Anspruch nehmen werde und im Rahmen dessen auch die Bürger beteiligt würden. Eine Liste mit allen Flächen aufzustellen, führe für eine ehrenamtliche Verwaltung wie die Handeloher zu weit, erklärte Anne Renken (SPD). Heinrich Richter ergänzte, dass in der Samtgemeindeverwaltung alle laut Flächennutzungsplan bebaubaren Flächen bekannt seien.
Neben den Flächen entlang der Wörmer Straße wurden der Gemeinde zwischenzeitlich weitere Flächen zum Kauf angeboten. Diesen lehnte der Bauausschuss aber einstimmig ab.