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Brandbrief an Niedersachsens Kultusminister: "Es fehlt an Kita-Personal"

Heiner Schönecke (li.) mit Vertretern der Kita St. Petrus (v. li.): Jutta Stöver, Svenja Szepanski, Andrea Niebergall, Anja Grajewski, Hartmut Tomaschewski und Petra Henschel (Kiga Rappelkiste) (Foto: Schönecke)
(bim). Zum 1. August tritt das geänderte Kindertagesstätten-Gesetz in Kraft, das viele Neuerungen vorsieht. In den Kitas ist die Verunsicherung groß. "Seit Monaten erreichen mich dazu immer wieder besorgte Schreiben und Anrufe", berichtet der CDU-Landtagsabgeordnete Heiner Schönecke. Nach einem Besuch im Buchholzer St. Petrus-Kindergarten hat er nun Niedersachsens Kultusminister Grant-Hendrik Tonne einen Fragenkatalog geschickt. Um Antworten bittet Schönecke noch bis zum Beginn der Sommerferien.
Die Probleme: In vielen Kindertageseinrichtungen in Niedersachsen fehlen qualifizierte Fachkräfte, Gruppen können zum Teil nicht eröffnet und Kindergartenplätze nicht vergeben werden, da es zu wenig oder kein Personal auf dem Stellenmarkt gibt. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) als Kita-Betreiber spricht zurzeit von über 80 nicht besetzten Stellen allein im Landkreis Harburg. Hohe Krankenstände und damit verbundene Belastungen verschärfen diese Situation noch zu bestimmten Zeiten im Jahr.
Durch tarifliche Ungleichheiten werde es den Kitas im Landkreis bei der Personalgewinnung deutlich schwerer gemacht, Fachkräfte zu finden, da diese in Hamburg besser bezahlt würden.
Schönecke will vom Kultusminister u.a. wissen, was das Land tun wird,
• um dieser Entwicklung am Arbeitsmarkt entgegen zu treten
• um zukünftige Fachkräfte zu gewinnen
• um die Ausbildungsbedingungen an den Fachkräftebedarf in den Einrichtungen anzupassen
• um Eingangsvoraussetzungen berufsbegleitender Ausbildungswege und für die Qualifizierung von Quereinsteigern mit pädagogischer Vorbildung zu erleichtern.
Weiterhin mit Besorgnis gesehen wird die geplante Ansiedlung des Sprachförderbereichs mit den umfangreichen Dokumentations- und Beratungsaufgaben in den Kitas - zusätzlich zu den wichtigen Betreuungs- und Bildungsaufgaben. Dafür müssten die geeigneten Rahmenbedingungengeschaffen werden, fordert der CDU-Landtagsabgeordnete.
Die Beitragsfreiheit für Kinder im Elementarbereich sei für viele Eltern sicher eine große finanzielle Entlastung. Doch würden Fachkräften und Eltern befürchten, dass in Städten und Kommunen mit dem Wegfall der Betreuungsgebühren große finanzielle Lücken in den Kassen entstehen und Mindeststandards in der personellen Besetzung oder der Gruppenstärken zu Lasten der Qualität in der Betreuung verändert werden, um hier Kosten einzusparen.
"Noch fehlen die konkreten Verordnungen, Kommunen, Städte und Einrichtungen stehen vor großen verwaltungstechnischen Herausforderungen. Sollte der Zeitpunkt der Umsetzung nicht besser zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen, wenn die Kindertageseinrichtungen und die örtlichen Träger die Bedingungen auch erfüllen können?", will Schönecke abschließend wissen.