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Dirk Bostelmanns One-Man-Show

Dirk Bostelmann wies darauf hin, dass das Amt des Samtgemeinde-Bürgermeisters kein einfaches ist
 
Iris Gronert

Amtsinhaber soll erneut als Samtgemeinde-Bürgermeister kandidieren - Keine Bewerber der CDU Handeloh

bim. Tostedt. Mit Spannung wurde die gemeinsame Nominierungsveranstaltung für den Samtgemeinde-Bürgermeisterkandidaten der CDU-Ortsverbände Tostedt und Handeloh am Montagabend erwartet. Wie berichtet, wollte die CDU Handeloh einen eigenen Kandidaten gegen Amtsinhaber Dirk Bostelmann (61) ins Rennen schicken. Doch von den vier Bewerbern, die sich angeblich auf Zeitungsannoncen und Ausschreibungen im Internet gemeldet haben, hätten drei „nach Darlegung der parteiinternen Umstände Abstand von der Kandidatur genommen“, wie die stv. Ortsverbandsvorsitzende Iris Gronert ausführte. Der letzte Bewerber habe am Wochenende „aus nicht vorhersehbaren privaten Gründen“ seine Kandidatur zurückgezogen. Namen wurden nicht genannt. Mit 81,3 Prozent der Stimmen wurde Dirk Bostelmann schließlich von der Versammlung im Gasthaus „Zum Estetal“ in Kakenstorf nominiert.
Hintergrund: Während sich die Tostedter Christdemokraten schnell auf Dirk Bostelmann festgelegt hatten, wollte die CDU Handeloh einen Kandidaten „mit qualifiziertem Verwaltungshintergrund“ suchen. Die angespannte Finanzlage der Samtgemeinde und anstehende bzw. gewünschte Projekte mit weiteren erheblichen finanziellen Belastungen verlangten eine „weit- und umsichtige Planung“, so Gronert. Dies sei nur mit einer leistungsfähigen und zukunftsorientiert geführten Verwaltung umsetzbar. „Wir haben eine leistungsfähige Verwaltung. Jetzt sollten wir auch die Führung mit Verwaltungskompetenz besetzen“, sagte Gronert.
Sie schlug eine nochmalige, gemeinsame Kandidatensuche vor. Das stieß bei der Mehrheit der Anwesenden ebensowenig auf Gehör wie die von ihr und ihren Ortsverbandskollegen Udo Kynast und Jürgen Mehlfeldt geforderte Aussprache.
Dass das Amt des Samtgemeinde-Bürgermeisters kein leichtes ist, machte Dirk Bostelmann deutlich. Man müsse u.a. Konflikte in der Verwaltung lösen, erklären, was finanziell nicht machbar sei, und man sei häufig persönlichen Angriffen ausgesetzt. Ein Bürgermeister sei mit einem Manager vergleichbar, der Ziele erreichen und als Moderator mit Räten und Bürgern zusammenarbeiten solle. Auch sei ein Samtgemeinde-Bürgermeister erster Lobbyist, um die Anliegen der eigenen Kommune gegenüber dem Kreis, dem Land, dem Bund, der EU oder auch den Energieversorgern zu vertreten.
Hinsichtlich des Hinweises auf die Finanzlage erklärte Bostelmann: „In den vergangenen Jahren hatten wir immer einen ausgeglichenen Haushalt und super Betriebsergebnisse.“ Insgesamt habe die Samtgemeinde 22,5 Millionen Euro an Zuschüssen erhalten. Der Vermögensbestand bei Gebäuden betrage aktuell 53 Millionen Euro, die Verbindlichkeiten 8,38 Millionen Euro oder 15,7 Prozent.
Sollte er im Mai 2014 wiedergewählt werden, sieht Dirk Bostelmann folgende politische Schwerpunkte:
• Die Haushaltsentwicklung im Griff halten, d.h. Kredite zurückführen und möglichst keine neuen aufnehmen.
• Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur in Tostedt.
• Einrichtung eines Fachdienstes zur Unterstützung der Ehrenamtlichen in den Vereinen.
• Ausbau der Verwaltungshilfe für die Mitgliedsgemeinden.
• Verbesserung der Bürgerbeteiligungsmöglichkeiten durch noch mehr Bürgerversammlungen, Pressemitteilungen und einen verbesserten Internetauftritt. Einen weiteren großen Arbeitsbereich sieht Dirk Bostelmann in der Personalpolitik, da auch die Samtgemeinde zunehmend im Wettbewerb mit anderen Institutionen steht. „Hier müssen wir uns mehr um den eigenen Nachwuchs kümmern und auch ein duales Studium ermöglichen“, so Bostelmann.

Als Gegenkandidat für Bostelmann geht Heidenaus Bürgermeister Reinhard Riepshoff (61, SPD) ins Rennen. Möglich ist, dass es einen dritten Kandidaten gibt: Peter Dörsam (47) erklärte auf WOCHENBLATT-Nachfrage, er werde nun sehr wahrscheinlich auch kandidieren. In welcher Form, sei noch offen. Dörsam ist stellvertretender Bürgermeister in Heidenau und gehört sowohl der UWG Heidenau als auch den Tostedter Grünen an.