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Diskussion um den Tostedter Ententeich: "Mitgefühl kann nicht Basis gemeindlicher Planungen sein"

Stellte seine Planungen für das Brunkhorst-Gelände vor: Dipl.-Ing. Ingo Gottschalk
bim. Tostedt. "Mitgefühl für den kranken Eigentümer kann nicht Basis für die Planungen der Gemeinde Tostedt sein", so brachte Gemeindedirektor Dr. Peter Dörsam das Ansinnen des Ingenieurbüros Gottschalk und des Eigentümers von Haus und Gelände in der Triftstraße 14 auf den Punkt. Wie berichtet, möchte das Ingenieurbüro Gottschalk dort zwei Häuser mit je acht Wohneinheiten errichten und den Ententeich im Herzen Tostedts dazu von 1.800 auf 800 Quadratmeter verkleinern. Die Mehrheit des Planungsausschusses teilte aber die Meinung der Bürger, die sich als "Teich-Verteidiger" formiert haben: Der ortsbildprägende historische Teich dürfe auf keinen Fall verkleinert werden.
Zuvor hatte Dipl.-Ing. Ingo Gottschalk einen Brief von Grundstückseigentümer Peter Brunkhorst verlesen, der mit Blick auf seine gesundheitliche und finanzielle Situation um Befürwortung des Antrages bat. "Herr Brunkhorst braucht dringend Geld und kann das Gelände so nicht mehr bewirtschaften. Aber ein Investor kauft nur, wenn das Grundstück groß genug ist", so Ingo Gottschalk. Für die beiden Neubauten wären 3.000 Quadratmeter nötig. Der Teich müsse verkleinert werden, um ihn zu erhalten, weil nur so eine Pflege möglich sei, sonst drohe er zu versiegen, wodurch auch die umliegenden Bäume vertrocknen würden.
"Es wäre schön, wenn die Gemeinde das Grundstück kauft. Das fände auch Herr Brunkhorst charmant", bezog sich Gottschalk auf einen vorangegangenen WOCHENBLATT-Artikel.
Gerhard Netzel (SPD) warnte davor, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen, durch die mehrere Teiche verschwunden seien. "Wir müssen überlegen, wie wir die Gesamtsituation des Teiches verbessern können und das Angebot der 'Teich-Verteidiger' in Betracht ziehen." Die Bäume um den Teich seien relativ gesund, widerlegt Netzel, der von Beruf Förster ist, Gottschalks Aussagen. Wenn die Allgemeinheit aber den Erhalt der Bäume auf dem Privatgelände fordere, müsse sie sich auch an deren Pflege beteiligen.
Peter Johannsen (SPD) äußerte Verständnis für das Interesse des Eigentümers an der Veräußerung des Grundstücks. Die Allgemeinheit habe aber ein Interesse daran, den ortsbildprägenden Ententeich zu erhalten.
In einer Sitzungsunterbrechung kamen die Bürger zu Wort. "Ich habe Geldgeber und Firmen an der Hand, die helfen würden. Die Alt-Tostedter stehen hinter mir", erklärte Ute Oltzen, die die "Teich-Verteidiger" mobilisiert hat. Sie betonte, dass Bürger und Gemeinde die Pflege der Teichanlage übernehmen müssten. Gewünscht wurde seitens der Bürger auch, dass das Gelände öffentlich zugänglich wird.
Einzig Wilhelm Kramer (CDU) konnte sich mit der Bebauung, wenn auch in etwas versetzter Form anfreunden, wurde aber überstimmt.
Abschließend beraten wird das Thema am 14. Juni in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates.