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Diskussion um neues Baugebiet in Kakenstorf / Bürgermeister weist Vorwürfe der Opposition zurück

Michael Rapp und Jürgen Flothow auf der Fläche an der Weidenstraße, die ein Investor bebauen möchte
bim. Kakenstorf. Die Ausweisung eines Baugebietes zwischen der Weidenstraße und der Ahornallee in Kakenstorf erregte bereits bei der Vorstellung der ersten Planungen im vergangenen Sommer die Gemüter vieler Bürger. Nun stand das Thema erneut auf der Agenda des Bauausschusses. Doch: „Die Bedenken der Bürger wurden nicht gehört. Der Bürgermeister beschleunigt eine Entscheidung im Interesse des Investors“, so der Eindruck von Michael Rapp, Fraktionsvorsitzender der Wählergemeinschaft Kakenstorf (WGK), und Anwohner Jürgen Flothow. Diese Vorwürfe weist Bürgermeister Heiko Knüppel (CDU) entschieden zurück. „Die Opposition versucht mit allen und teils unfairen Mitteln, das Baugebiet zu verhindern. Das ist ein politisches Schaulaufen.“
Auf der rund vier Hektar großen Fläche könnten 48 Einzel- und Doppelhäuser sowie vier Mehrfamilienhäuser mit je sechs Wohneinheiten entstehen.
Bevor die Bebauung vom neuen Rat weiter verfolgt wird, hieß es damals, sollten zunächst u.a. die zusätzliche Verkehrsbelastung und die Auswirkungen auf die
Infrastruktur hinterfragt werden. „Aus Sicht der Wählergemeinschaft ist nichts weiter vertieft worden“, kritisiert Michael Rapp.
Durch das an der Weidenstraße geplante Neubaugebiet würden ca. 160 Personen zuziehen - bei einer derzeitigen Einwohnerzahl von 1.343. „Ist das ein gesundes Wachstum für einen Ort?“, fragt Rapp. Zumal schräg gegenüber nahe des Sportplatzes gerade 20 neue Häuser entstanden sind. Michael Rapp rechnet durch das Neubaugebiet zudem mit rund 100 zusätzlichen Pkw. „Was bedeutet das für die Anwohner und das Straßennetz?“
Rapp gibt weiterhin zu Bedenken: „Laut dem Raumordnungsprogramm des Landkreises Harburg sollen landwirtschaftliche Flächen nach Möglichkeit erhalten bleiben. Auch sollten zunächst innerorts eine Verdichtung und Möglichkeiten des altersgerechten Umbaus geprüft werden“, so Rapp.
Jürgen Flothow sieht das Vorhaben ebenfalls kritisch. Er ist unzufrieden mit dem Verlauf der Ausschuss-Sitzung. „Es waren rund 30 Zuhörer dort. Es wurden viele Fragen gestellt, aber wenig Antworten gegeben. Für die Aufstellung eines Bebauungsplanes ist das Thema noch nicht reif“, sagt er. Alle offenen Fragen müssten zuvor mit der Öffentlichkeit und auch vom Investor geklärt werden. „In der Sitzung hat der Bürgermeister, der eigentlich für die Bürger da sein soll, den Investor vertreten“, meint er.
Bürgermeister Knüppel sieht das Thema gelassen. Dinge, die strittig oder unklar seien, würden schließlich im Rahmen des mehrstufigen Bebauungsplanverfahrens und unter Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden im Detail geklärt. Er sieht vor allem den Bedarf, zusätzlichen Wohnraum und altengerechte Wohnungen zu schaffen, als Argumente für das Baugebiet. „Die politische Mehrheit aus CDU und SPD befürwortet das“, so Knüppel. „Wir werden uns noch mehrfach mit dem Thema befassen.“ Auch könne die Gemeinde im Rahmen ihrer Planungshoheit dem Investor Vorgaben machen, wie das Baugebiet gestaltet werden soll.
• Im Bauausschuss waren die zwei WGK-Mitglieder von den drei CDU-Mitgliedern, die die Aufstellung des Bebauungsplanes „östliche Weidenstraße“ befürworteten, überstimmt worden. Bereits am kommenden Dienstag, 31. Januar, könnte in der Ratssitzung um 19.30 Uhr im neuen Feuerwehrhaus eine Entscheidung fallen.