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"Freien Schule Nordheide": Vision mehrerer Träger in der Jugendherberge

Werben für die Freie Schule Nordheide (v. li.): Ansgar Schmitz, Katja Elpel, Steffi von Grünewald, Ilona Kähler, Sabine Melchin und Carolin Schierhorn
bim. Handeloh. Auf wohlwollendes Interesse stieß kürzlich die Vorstellung des Konzepts der "Freien Schule Nordheide" durch Ansgar Schmitz, den zweiten Vorsitzenden der Schulgründungsinitiative, im Handeloher Bau- und Planungsausschuss. Wie berichtet, würde die Initiative gerne Räume in der ehemaligen Jugenherberge in Inzmühlen nutzen.
Das Konzept ist bei der Landesschulbehörde eingereicht. Das Interesse an der Freien Schule groß, nach der ersten Infoveranstaltung habe es gleich 45 Anmeldungen gegeben, berichtete Ansgar Schmitz. Ins Leitbild seien die Regeln und Prinzipien der gewaltfreien Kommunikation geschrieben. Entscheidungsprozesse sollen soziokratisch ablaufen. Das heißt, Kinder und Jugendliche mit anderer Meinung werden nicht überstimmt, sondern jede Stimme wird gehört. Gelernt wird klassenübergreifend und über Projekte, die die Schüler interessieren, einen festen Stundenplan gibt es nicht.
"Wir fangen klein an und wollen wachsen. Wir starten mit 35 Schülern", so Schmitz. Später sollen 80 bis 100 Schüler der Jahrgänge eins bis zehn die Freie Schule besuchen und dort den Haupt- und Realschulabschluss sowie den erweiterten Realschulabschluss ablegen können.
Begeistert ist die Initiative von der Jugendherberge als Schulstandort, "weil wir mit der Natur arbeiten und auch das Thema Nachhaltigkeit ins Konzept aufnehmen wollen", so Schmitz. Die Vision der Schulgründer ist es, unter dem Dach der Herberge mit anderen Partnern zu kooperieren, zum Beispiel mit einem Seminarhaus, Kindergärten oder dem Träger eines Mehrgenerationenwohnens. Von diesem Konzept könne auch die Gemeinde profitieren. "Wenn Sie das mittragen wollen, bin ich davon überzeugt, dass die Rahmenbedingungen machbar sind", erklärte Ansgar Schmitz.
Uwe Blanck (Grüne) verwies auf die Verantwortung der Politiker über die Gemeindefinanzen und fragte nach Raumbedarf und Investment. Schmitz erläuterte, dass von dem über Elternbeiträge und Spenden einzuwerbende Jahresbudget von derzeit vorgesehenen 150.000 Euro Mieten und Kreditabtrag finanziert werden müssten. Detailliertere Angaben konnte er natürlich nicht machen, weil das davon abhänge, welcher Gebäudeteil der Schule zur Verfügung stehen und ob dieser gemietet oder gekauft würde. Die Schule wolle mit 200 Quadratmetern starten und später auf 500 Quadratmeter wachsen.
Was weitere Träger angehe, sei die Initiative auf der Suche, so Schmitz auf Anfrage von Iris Gronert (CDU).
Dr. Hans-Christian Schröder (FDP) gab zu Bedenken, dass die Bausubstanz der Jugendherberge aus dem Jahr 1960 stamme und der frühere Träger, das Deutsche Jugendherbergswerk, Landesverband Nordmark, nur minimal in das Gebäude investiert habe. Später sei noch Geld in Umbauten für die vorübergehende Unterbringung von Flüchtlingen dort geflossen. "Für die Schulnutzung wird noch ein tiefer Griff in die Tasche notwendig sein", prophezeite er. Auch müsse zuvor geklärt werden, was baurechtlich machbar ist.
Dr. Hans Peter Grimm (FWH) sah das größte Problem in der Kooperation mit anderen Nutzern, wenn die Schule gleichzeitig noch expandieren wolle. "Wir brauchen einen Träger, der alles organisiert und verantwortlich zeichnet", so Grimm. André König (FWH), zugleich Vorsitzender des Fördervereins der Jugendherberge, wollte wissen, in welcher Position sich die Schulgründungsinitiative sieht. "Wir finden einen Träger, oder wir sind es selbst", sagte Ansgar Schmitz. König war allerdings skeptisch, ob das Jahresbudget für den Betrieb inklusive Gehälter der Lehrkräfte ausreichen wird.
Ulrich Schöndorf (FWH) regte schließlich an, eine bereits bestehende Freie Schule einmal zu besichtigen.