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Grundschule Todtglüsingen soll einen großen Anbau erhalten

Schulleiter Friedhelm Wörner appellierte vor der Abstimmung an den Rat, für einen Neubau zu votieren
bim. Tostedt. Stromausfälle, weil die alten Leitungen überlastet sind, Heizungsausfälle, fehlende Fachräume, ein zu kleines Lehrerzimmer und ein Kellerraum, der als Bücherei, für die Sprachförderung und zum Essen genutzt wird - die Eltern der Todtglüsinger Grundschüler, der Schulelternrat und Schulleiter Friedhelm Wörner hatten auf einen Neubau der Grundschule gehofft. Mit 18 zu 14 Stimmen befürwortete der Samtgemeinderat nun allerdings nur einen rückwärtigen Anbau. Damit scheidet die große Lösung in Form eines kompletten Schulneubaus aus.
Hintergrund: Im Oktober vergangenen Jahres hatte sich der Rat bei sieben Gegenstimmen für einen Grundschulneubau ausgesprochen. Kosten: 4,2 Millionen Euro. Für die damals vom Rat favorisierte Variante, bei der auch die Verkehrssituation mit der Einrichtung einer Hol- und Bringzone berücksichtigt war, hatte das eingeschaltete Büro Altmeppen, Immobilienbewertung und Beratung aus Braunschweig die Neubaukosten auf 3,9 Millionen Euro geschätzt plus Kosten von 150.000 Euro für den Abriss der Schule - der Ursprungsschule von 1957 und der Anbauten aus den Jahren 1990, 1992 und 2001 - sowie 150.000 Euro für die Gestaltung der Außenanlagen.
Weil das Architektenhonorar bei dieser Bausumme über dem Schwellenwert von 207.000 Euro liegt, mussten die Architektenleistungen EU-weit ausgeschrieben werden.
Das Verfahren unterliegt strengen Regelungen. So sind die Bieter-Angebote streng vertraulich zu behandeln und werden nach einer festgelegten Bewertungsmatrix beurteilt.
Bekannt geworden war im Vorfeld lediglich, dass sich drei Architekturbüros beteiligt hatten, die Konzepte für die Varianten kleiner und großer rückwärtiger Anbau sowie Neubau vorgelegt hatten. Der kleine Anbau war bereits bei vorangegangenen Beratungen ausgeschieden. "Welche Architekten beteiligt sind und wie die Konzepte aussehen, darf nicht veröffentlicht werden", so Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam in der jüngsten Ratssitzung. Lediglich der Kostenrahmen wurde genannt: zwischen 3,15 bis über 4 Millionen Euro für einen großen rückwärtigen Anbau und zwischen 4,2 bis über 5 Millionen Euro für einen Neubau.
Für CDU und FDP komme ein Anbau, der langfristig unwirtschaftlich sei, nicht infrage, so Rolf Aldag (CDU). Denn so würde das Grundstück komplett überbaut. Es bliebe eine ungünstige Gebäudestruktur und keine Verbesserung für den Schulhof. "Das, was man sich unter einer modernen Schule vorstellt, lässt sich mit einem Anbau nicht realisieren", so Aldag.
Anette Randt (CDU) spannte den Bogen zum zweiten großen Bauvorhaben, das an dem Abend beraten wurde. "Wir müssen beides schaffen, aber nicht das Freibad bauen und dafür die Grundschule opfern. Lassen Sie die Kinder in einer ordentlichen Atmosphäre lernen", so Randt.
Klaus-Dieter Feindt (SPD) entgegenete: "Die Schule wird nicht geopfert. Wir spielen die Bauvorhaben nicht gegeneinander aus. Das Schulgebäude wird ohne Abstriche instand gesetzt. Alle Dinge, die den Schulbetrieb stören, sind zu beseitigen. Jeder Bürger soll sich in unseren Entscheidungen wieder finden. Schweren Herzens entscheiden wir uns deshalb für den großen Anbau", erklärte er.
Auch Burkhard Allwardt (parteilos) hielt eine Verknüpfung für unzulässig, weil für beide Bauvorhaben separat Haushaltsmittel eingestellt sind.
Auch die Wählergemeinschaft favorisiere den großen Anbau, so Dieter Weis.
"Es besteht breiter Konsens, dass eine Lösung gewählt wird, die einen reibungslosen Schulbetrieb ermöglicht", so Samtgemeinde-Bürgermeister Dörsam. Er erinnerte an die ursprünglichen Beratungen im August 2013, als die Planungen zunächst eine Aufstockung auf das bestehende Gebäude für 1,4 Millionen Euro vorsahen. Bei einem jetzt diskutierten großen Anbau werde ein in sich kompakter Neubaukörper geschaffen und über eine Million Euro in die Sanierung gesteckt.

So stimmte der Rat ab

Für den rückwärtigen großen Anbau stimmten:
Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam, Burkhard Allwardt (fraktionslos), Uwe Baden (WG), Barbara Dörr (WG), Klaus-Dieter Feindt (SPD), Waldemar Hindersin (Grüne), Peter Johannsen (SPD), Birgit Lohmann (Grüne), Gerhard Netzel (SPD), Nadine Prigge (Grüne), Reinhard Riepshoff (fraktionslos), Karin Rogge-Wokittel (Grüne), Matthias Schuback (SPD), Dr. Bettina Wagner (Grüne), Dieter Weis (WG), Gerd Schröder (SPD), Harald Stemmler (WG), Christine Wüst-Buri (SPD).

Dagegen stimmten:
Rolf Aldag (CDU), Sven Bauer (SPD), Herbert Busch (CDU), Andreas Dyck (CDU), Sabine Falke (CDU), Traute Hanfeld (FDP), Wolfgang Indorf (CDU), Karl-Siegfried Jobmann (CDU), Heiko Knüppel (CDU), Ernst Müller (CDU), Anette Randt (CDU), Andrea Schulz (CDU), Wolfgang Zahn (CDU), Jan Hinnerk Zirkel (CDU).

Bei der Abstimmung fehlten:
Alfred Timmermann (CDU), Iris Smolarek (SPD), Jana Asberger (WG).