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Grundwasserförderung aus der Nordheide: IGN bereitet sich auf Klage gegen Genehmigungsbescheid vor

Der Vorstand der IGN (v. li.): Pressesprecher Gerhard Schierhorn, Vorsitzender Karl-Hermann Ott, stv. Vorsitzender Wolfgang Kröger und Kassenführer Klaus-Detlef Kröger (Foto: IGN)
bim. Wörme. Die Interessengemeinschaft Grundwasserschutz Nordheide (IGN) blickte jetzt in ihrer Mitgliederversammlung auf dem Hof Kröger in Handeloh-Wörme auf ein durchwachsenes Jahr zurück und steckte Ziele für das kommende Jahr ab.
Der Erörterungstermin zum Antrag der Hamburger Wasserwerke (HWW) auf Förderung von 18,4 Millionen Kubikmeter pro Jahr im April 2016 in der Winsener Stadhalle sei sehr gut verlaufen. Gerhard Schierhorn von der IGN und der beauftragte Rechtsanwalt Konrad Asemissen hätten deutlich die Mängel im HWW-Antrag aufgezeigt. "Der Landkreis Harburg hat daraufhin noch im Erörterungstermin weitere Gutachten und Prüfungen zugesagt. Die Diskussion dieser Gutachten und die Vorstellung eines schlüssigen Beweissicherungskonzeptes mit den Verbänden hat bislang allerdings nicht stattgefunden", so Vorsitzender Karl-Hermann Ott. "Es ist schon sehr ungewöhnlich, dass seit dem Erörterungstermin im April 2016 - also über 14 Monate - keine Folgeaktivitäten mit den Einwendern vereinbart und durchgeführt werden. 3.000 Einwender sowie Verbände und Gemeinden warten auf die zugesagte weitere Beteiligung, z.B. bei der Erstellung eines Beweissicherungskonzeptes. Wir hoffen, dass es nun im Herbst weitergeht.“
Ott zeigte sich enttäuscht von dem Kreistagsvotum im September 2016, als der Winsener Kreistag mit knapper Mehrheit gegen die Stimmen der SPD und Grünen das Grobgerüst einer möglichen Genehmigung für die Wasserentnahme politisch abgesegnet hatte. Die Untere Wasserbehörde hatte als Grundlage für dieses Kreistagsvotum ein Konstrukt vorgestellt, wonach zunächst 12,1 Millionen Kubikmeter pro Jahr genehmigt werden könnten und dann - ohne weitere formale Beteiligung der Öffentlichkeit - verwaltungsseitig die Entnahmemenge bis auf 17,8 Millionen Kubikmeter pro Jahr erhöht werden könnte.
Ott dazu: "Ein abenteuerliches rechtliches Konstrukt, bei dem die Bürgerbeteiligung in den kritischen hohen Förderbereichen bewusst verhindert wird!“
Abschließend bat Ott darum, den Radenbach zwischen Undeloh und Sudermühlen intensiv zu beobachten. Der Oberlauf sei seit einiger Zeit trockengefallen. Erwartungsgemäß würden die HWW und der Landkreis Harburg ausschließen, dass dies etwas mit der Wasserförderung im Wasserwerk Nordheide zu tun haben könnte. Dies könne nur klimatisch bedingt sein. Ott: "Wenn das so stimmen würde, müsste im nächsten regenreichen Jahr der Oberlauf des Radenbachs ja wieder in voller Schönheit zu bewundern sein. Wir befürchten allerdings, dass wir hier durch die flächendeckende Grundwasserabsenkung der HWW einen dauerhaften und irreparablen Gewässerschaden haben.“
Pressesprecher Gerhard Schierhorn gab danach einen kurzen Ausblick über den weiteren Verfahrensgang in Sachen HWW-Antrag. "Wir werden jetzt die vermutlich im Herbst anstehenden Folgegespräche zum Erörterungstermin intensiv wahrnehmen, um für die Menschen und die Natur in der Nordheide einen bestmöglichen Genehmigungsbescheid zu erreichen. Wir dürfen uns aber keine Illusionen machen. Hamburg hat ein sehr starkes Interesse an unserem Grundwasser. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es im Verhandlungswege keine nachhaltigen Verbesserungen zum Status Quo geben wird. Wir bereiten uns daher intensiv auf ein Klageverfahren gegen den Genehmigungsbescheid vor und sind froh, dass wir einen sehr versierten Rechtsanwalt an unserer Seite haben.“
Bei den Vorstandswahlen wurden alle Vorstandsmitglieder einstimmig wiedergewählt: Vorsitzender: Karl-Hermann Ott (Hanstedt), stv. Vorsitzender: Wolfgang Kröger (Wörme) und Kassenführer: Klaus-Detlef Kröger (Wörme).
• Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.ign-hanstedt.de.