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„Habe keine Korruptionsvorwürfe erhoben“

Musste sich der Kritik stellen: Grünen-Ratsherr Waldemar HIndersin (Foto: oh)

Tostedter Grünen-Ratsherr Waldemar Hindersin musste in der Samtgemeinderatssitzung Stellung beziehen

bim. Tostedt. "Ich habe gegen niemanden einen Korruptionsvorwurf erhoben und keine Kritik an der Verwaltung geübt. Für etwas, das ich nicht gesagt habe, brauche ich mich nicht zu rechtfertigen", sagte Grünen-Ratsherr Waldemar Hindersin in der jüngsten Sitzung des Tostedter Samtgemeinderates. Wie berichtet, musste er Stellung beziehen zu seiner Äußerung, mit der er - so die Auffassung des Personalrates - der Verwaltung Korruption vorgeworfen habe. Der Personalrat verlangte eine Richtigstellung des Sachverhaltes sowie eine Entschuldigung bei den Mitarbeitern der Verwaltung und den Ratsmitgliedern.
In einer öffentlichen Veranstaltung zum Kita-Bau in der Dieckhofstraße hatte Hindersin moniert, dass ein Auftragsvolumen von ca. 20 Millionen Euro an ein und dasselbe Architekturbüro, teils ohne Ausschreibung, vergeben worden sei. "Hier ist etwas im Busche, über dessen Gründe nur spekuliert werden kann", so sagte er im Februar.
Nach eigenen Angaben habe er dem Personalrat einmal per Brief und - sofern die Adressen auf der Homepage der Samtgemeinde hinterlegt sind - per E-Mail ein Gespräch zur Klärung angeboten, was ausgeschlagen worden sei. Hindersin betonte aber in der Ratssitzung, dass er von allen Mitarbeitern der Verwaltung, mit denen er bisher zu tun hatte, einen kompetenten, vertrauensvollen und offenen Umgang erfahren habe.
Rolf Aldag, Sprecher der CDU-/FDP-Gruppe fand, dass Hindersins Klarstellung zu spät kam. Bei der Aussage, dass etwas im Busche ist, würden nun mal die meisten Menschen vermuten, dass etwas Unredliches vorgehe. "Daran, an Unregelmäßigkeiten zu denken, gab es nie irgendwelche Anhaltspunkte", so Aldag.
Das bestätigten Klaus-Dieter Feindt (SPD) und Harald Stemmler (WG) und beharrten auf einer Entschuldigung, die Hindersin allerdings schuldig blieb.
Birgit Lohmann (Grüne) verteidigte Waldemar Hindersin, der mit seiner Äußerung die Vergabe der Architektenleistungen an wiederholt das gleiche Architektenbüro durch den Rat in Frage gestellt habe. "Als Samtgemeinderat sind wir auch den Bürgern gegenüber verpflichtet, dass Entscheidungen nachzuvollziehen sind", so Birgit Lohmann. Den Grünen sei bewusst, dass nicht jede Architektenleistung der Ausschreibung bedürfe. Doch wenn gesagt würde, "wir haben keine Alternativen und keine günstigeren Angebote" führe das zu Fragen, die über Bürger an die Grünen herangetragen worden seien, so Lohmann.
Personalratsvorsitzende Annegret Rohrer machte deutlich, dass Hindersins Anschuldigungen den Mitarbeitern der Verwaltung zulast gelegt würden. "Unangebrachte Äußerungen und persönliche Verletzungen" in sozialen Netzwerken seien im Zuge des Bürgerbegehrens gegen den Kita-Bau in der Dieckhofstraße die Folge gewesen. Auch Personalchef Stefan Walnsch bedauerte, dass solche Äußerungen dazu führten, dass die Motivation der Verwaltungsmitarbeiter sinke und die Krankenstände steigen würden.
Schließlich platzte auch Samtgemeinde-Bürgermeister Dirk Bostelmann der Kragen. Er kritisierte, dass die Grünen immer an den Beratungen teilnehmen, aber erst in den Samtgemeinderatssitzungen Bedenken äußern würden. "Überlegen Sie sich etwas Konstruktives und stellen Sie Anträge, die man umsetzen kann", verlangte er.
Letztlich sprach der Rat der Verwaltung bei zwei Enthaltungen sein uneingeschränktes Vertrauen aus.