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Handeloh soll Bauland bekommen - Ausschuss befürwortet mehrheitlich die Einleitung des Flächennutzungsplanverfahrens

Auf verlorenem Posten: Stephan Heger von der Initiative "Lebenswertes Handeloh" argumentierte vergebens gegen die Bebauung
bim. Tostedt. Die Gemeinde Handeloh soll entlang der Wörmer Straße wachsen. Damit die Bebauung ermöglicht wird, soll die Samtgemeinde Tostedt den Flächennutzungsplan entsprechend ändern. Der Umwelt-, Bau- und Planungsausschuss hat das Verfahren in seiner jüngsten Sitzung bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung befürwortet.
Der Abstimmung war eine kontroverse Diskussion vorausgegangen - wie bereits in den vergangenen Monaten in den Handeloher Gremien, im Tosteder Bauausschuss vertreten durch Harald Stemmler (Wählergemeinschaft/WG) und Waldemar Hindersin (Grüne).
Wie mehrfach berichtet, hat die Gemeinde Handeloh entlang der Wörmer Straße zwischen Schulstraße und Mergelweg knapp sieben Hektar Grünland erworben, das in mehreren Abschnitten in Bauland umgewandelt werden soll, um den Zuzug junger Familien zu ermöglichen und so die Infrastruktur mit Kindergarten, Grundschule und Geschäften langfristig zu erhalten.
Harald Stemmler betonte, dass nicht gleich die kompletten 70.000 Quadratmeter als Bauland ausgewiesen werden sollen. Von den 36.000 Quadratmetern für Baulandentwicklung vorgesehenen Flächen westlich der Wörmer Straße seien 15.000 Quadratmeter für eine Bebauung, der Rest zum Schutz der Natur und Landschaft vorgesehen. "Das ist ein Drittel der Gesamtfläche, die wir erworben haben. Damit haben wir die Kritikpunkte im Hinblick auf Tourismus und Erholung aufgegriffen und abgearbeitet", so Stemmler. 15 Grundstücke mit je rund 1.000 Quadratmetern könnten dort entstehen.
Bevor weiteres Bauland ausgewiesen werde, solle geschaut werden, wie sich die ersten Flächen vermarkten lassen. Positive Erfahrungen hat die Gemeinde bereits an der Schulstraße gesammelt, an der drei Grundstücke mit finanziellen Vergünstigungen für junge Familien verkauft wurden.
Waldemar Hindersin bemängelte erneut, dass die Gemeinde eigene Flächen in Bauland umwandeln will, obwohl es noch Potenziale und Immobilien innerhalb des Ortes gebe. Und einige Bürger hätten bei den Grundstückspreisen Bedenken geäußert, dass sich der Markt verändere, wenn die Gemeinde als Bauherr auftritt. Was die Argumentation zum Erhalt der Infrastruktur angeht, müssten alle vier Jahre Baugebiete ausgewiesen werden, um Kinder im Grundschulalter nach Handeloh zu holen.
Mit der Bauland-Ausweisung würde auch die gemäß dem Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) des Landkreises vorgegebene fünfprozentige Eigenentwicklung überschritten, monierte Hindersin. Gemeinden, die wie Handeloh über Öffentlichen Personennahverkehr verfügen, könnten aber auch größere Entwicklungspotenziale bieten, so Bauamtsleiter Axel Seute. Ohnehin würden der Landkreis und die Bürger im Rahmen des Flächennutzugsplanänderungsverfahrens noch gehört.
• Mit dem Thema befasst sich der Samtgemeinderat in seiner Sitzung am 9. Dezember.