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Handeloher Amselweg-Anlieger bald von Bebauung eingekesselt?

bim. Handeloh. Stinksauer sind die Anwohner des Amselweges in Handeloh, dass nach der Ausweisung von Bauland entlang der Wörmer Straße nun auch zwischen Amsel- und Mergelweg weitere Bebauung genehmigt werden soll. In der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses machten sie kürzlich ihrem Ärger Luft. Dass die Verwaltung die Diskussion offenbar unterschätzt hatte, erwies sich in der Raumauswahl: Mit über 30 interessierten Bürgern war der kleine Sitzungsraum im Rathaus zu eng, sodass kurzfristig ins Hotel Fuchs gewechselt wurde.
Der im Flächennutzungsplan der Samtgemeinde Tostedt für Handeloh als Wohnbaufläche dargestellte Bereich zwischen Amsel- und Mergelweg sowie der Bahntrasse werde derzeit Entwicklungsgesellschaften angeboten, die bereit sind, dort Wohnbaufläche zu entwickeln und zu erschließen. Diese Gesellschaften wollten vorab wissen, welche Mindestgröße für die Grundstücke sich die Gemeinde vorstellt, wie eine Erschließungsstraße verlaufen sollte und welche Abstände zur Bahn eingehalten werden müssen. „Die Verwaltung würde es begrüßen, wenn der Gemeinderat Grundstücksvoraussetzungen vorab nennen könnte, die für einen solchen Bebauungsplan und gegebenenfalls einen städtebaulichen Vertrag beachtet werden sollen“, heißt es in der Sitzungsvorlage.
Was die Anwohner sauer macht: Weil der Eigentümer einen Teil seiner Fläche für ein dringend erforderliches Regenrückhaltebecken zum Abführen des vielen Oberflächenwassers zur Verfügung stellt, hatte die Gemeinde ihm im Gegenzug einen offenen Umgang bei der Ausweisung der Restfläche als Bauland ausgesprochen.
Und: Bereits bevor die Beratung im Fachausschuss stattfand, hatte ein Immobilienmakler im Internet das „12.000 Quadratmeter-Grundstück in Top-Lage von Handeloh“ beworben und über dessen Teilung „in 8 x 1.000 qm große Baugrundstücke“ informiert.
Hinzu kommt, dass die Gemeinde offenbar noch immer kein wirkliches Entwässerungskonzept umgesetzt hat, um die an den parallel verlaufenden Meisen-, Amsel- und Mergelweg liegenden Grundstücke vor dem „Absaufen“ zu bewahren. Zyniker bezeichnen das Gebiet schon als „Handeloher Badewanne“.
Ergebnis der Beratung im Bauausschuss: Die Erschließung des potentiellen neuen Baugebietes ist unklar, die Entwässerung schwierig. Zumindest soll die Grundstücksgröße 1.000 Quadratmeter nicht unterschreiten.
In der Einwohnerfragestunde platzte mancher Anwohner vor Wut: „Wir werden hier von Neubaugebieten zugebaggert.“ Außerdem: Als kürzlich die Wörmer Straße wegen der Arbeiten zum neuen Baugebiet gesperrt war, seien viele Autofahrer „über den Mergelweg gebrettert“, statt die offizielle Umleitung zu nehmen. Für den Fall einer Ringerschließung zwischen Amsel- und Mergelweg, betonten die Anwohner: „Wir wollen nicht die Abkürzungsstrecke im Dorf werden.“ Und angesichts der „Dauerbeschallung durch den Baulärm im Meisenweg“ sowie des zu erwartenden Baukrachs an Wörmer Straße und weiterer Bebauung an Amsel- und Mergelweg: „Meinen Sie nicht, dass wir auch ein Recht auf Lebensqualität haben?“
Die CDU hat unmittelbar nach der Ausschuss-Sitzung die Einberufung einer Einwohnerversammlung zum Thema Bauleitplanung beantragt, in der u.a. geklärt werden soll:
• Erläuterung des aktuellen Flächennutzungsplanes der Samtgemeinde Tostedt für Handeloh;
• Überblick über die bestehenden Bebauungspläne und sonstigen baurechtlichen Satzungen der Gemeinde Handeloh;
• Darstellung des Zwecks und geplanten Ablaufs zur Erstellung eines gemeindlichen Bauland- und Öko-Flächenkatasters;
• mögliche Baulandentwicklungen auf der Basis des geltenden Flächennutzungsplanes.
• Zunächst aber befasst sich der Gemeinderat mit dem Thema B-Plan Amsel- und Mergelweg in seiner Sitzung am Mittwoch, 13. September, um 19.30 Uhr im Heidekrug an der B3 in Höckel.