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Interview mit Samtgemeinde-Bürgermeister-Kandidat Peter Dörsam: "Die Verschuldung abbauen"

Dr. Peter Dörsam (Foto: oh)
bim. Tostedt. Am Sonntag, 25. Mai, sind die Tostedter Bürger aufgerufen, einen neuen Samtgemeinde-Bürgermeister zu wählen. Für den Posten bewerben sich Amtsinhaber Dirk Bostelmann (62, CDU), Reinhard Riepshoff (61, SPD) und Dr. Peter Dörsam (47, unabhängig). Das WOCHENBLATT stellt die Kandidaten vor, diesmal: Dr. Peter Dörsam.
Der Heidenauer tritt als unabhängiger Kandidat an. Der Geschäftsführer des PD-Verlages gehört den Grünen seit 1982 an. Von 1991 bis 2001 war er Fraktionsvorsitzender der Grünen im Samtgemeinderat. Weiterhin war Peter Dörsam sechs Jahre Kreistagsabgeordneter und ist über zehn Jahren im Heidenauer Gemeinderat, in dem er stv. Bürgermeister und Vorsitzender der SPD/UWG-Gruppe als Mitglied der UWG ist.
WOCHENBLATT: Sollten Sie im Mai gewählt werden, worin sehen Sie Ihre politischen Schwerpunkte?
Peter Dörsam: "Information, Beteiligung und offene Diskussion, dieses Leitmotiv steht für mich an erster Stelle. Ich bin überzeugt, dass auf der Basis einer fundierten Information und einer offenen Diskussion die besten Lösungen für die Menschen in der Samtgemeinde gefunden werden können. Dies betrifft sowohl die Diskussion im Rat als auch die Beteiligung der Bürger bei wichtigen Entscheidungen. Mein zweites zentrales Anliegen wird der Abbau der Verschuldung sein. Diese lag 2009 noch bei 2,46 Millionen Euro, ist aber 2013 bereits auf über 8 Millionen Euro angestiegen und wird am Ende diesen Jahres nach den Planungen der Samtgemeinde bereits bei über 14 Millionen Euro liegen. Hieran werde ich leider kaum noch etwas ändern können, wenn ich im November dieses Jahres mein Amt antreten werde. Für die Zukunft müssen jedoch alle überflüssigen Projekte vermieden werden, ansonsten würde die Samtgemeinde direkt in die Handlungsunfähigkeit steuern."
WOCHENBLATT: Wie sehen Sie ihre Rolle gegenüber dem Bürger?
Peter Dörsam: "Ich sehe mich als Samtgemeinde-Bürgermeister als Beauftragter der Bürger. Deswegen will ich mit ihnen in den Dialog treten und gerne Anregungen aufnehmen. Es gilt, die besten Lösungen für die Menschen in der Samtgemeinde zu finden."
WOCHENBLATT: Ist die Gemeindeverwaltung gut aufgestellt?
Peter Dörsam: "Die Gemeindeverwaltung ist gut aufgestellt, aber es gibt nichts, was man nicht noch verbessern könnte. Nach einer entsprechenden Einarbeitungszeit wird auch dies für mich gemeinsam mit den Mitarbeitern ein wichtiges Thema sein.
WOCHENBLATT: Wie sehen Sie die Chancen, dass Tostedt die seit Jahrzehnten diskutierte Umgehungsstraße bekommt?
Peter Dörsam: "Kurzfristig werde ich mich energisch für die Einführung einer Lkw-Maut auf der B75 einsetzen. Jeder Lkw, der zukünftig auf der Autobahn statt auf der B75 fährt, ist ein Gewinn für Tostedt. Die Umgehungsstraße ist ein langfristiges Projekt. Hier müssen in einer breiten öffentlichen Diskussion die Vor- und Nachteile der verschiedenen Lösungen abgewogen werden."
WOCHENBLATT: Wie soll sich die Samtgemeinde bei den Gewerbe- und Wohngebieten weiter entwickeln?
Peter Dörsam: "Entsprechend dem Bedarf sollten weitere Flächen ausgewiesen werden. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Gemeinde Tostedt hinsichtlich der Entwicklung und Neuausweisung von Wohngebieten wieder selbst in die Erschließung und Vermarktung einsteigt. Wenn sich hierbei Gewinne erzielen lassen, kommen sie letztlich allen Bürgern zugute. Zunächst sollten die bereits vorhandenen Gewerbeflächen aktiv angeboten werden, die Vorteile des Standorts Tostedt müssen klar herausgestellt werden.
WOCHENBLATT: Tostedt sollte Ihrer Ansicht nach keine Einheitsgemeinde werden. Warum nicht?
Peter Dörsam: "Als stv. Bürgermeister von Heidenau habe ich eine Einschätzung, welche ehrenamtliche Arbeit in den Gemeinden geleistet wird. Ähnlich wie das Engagement der vielen Menschen in den verschiedenen Feuerwehren wird hier eine sehr wertvolle Arbeit geleistet. Zudem können Entscheidungen ortsnah getroffen werden. Letztlich würde die Einheitsgemeinde Mehrkosten und weniger Bürgernähe bedeuten."
Weitere Informationen: www.peter-doersam.de