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Interview mit Samtgemeinde-Bürgermeister-Kandidat Reinhard Riepshoff: "Echte Bürgerbeteiligung"

Reinhard Riepshoff (Foto: oh)
bim. Tostedt. Am Sonntag, 25. Mai, sind die Tostedter Bürger aufgerufen, einen neuen Samtgemeinde-Bürgermeister zu wählen. Für den Posten bewerben sich Amtsinhaber Dirk Bostelmann (62, CDU), Reinhard Riepshoff (61, SPD) und Dr. Peter Dörsam (47, unabhängig). Das WOCHENBLATT stellt die Kandidaten vor, diesmal: Reinhard Riepshoff.
Er ist seit 1989 SPD-Mitglied. Mitglied im Samtgemeinderat ist er seit 1991 und Kreistagsmitglied ab 1996. Von 2006 bis 2011 war er Mitglied im Tostedter Samtgemeindeausschuss. Seit 1991 bis heute arbeitet er im Umwelt-, Bau- und Planungsausschuss mit. In Heidenau ist Reinhard Riepshoff kommunalpolitisch aktiv seit 1991, seit 2011 ist er dort ehrenamtlicher Bürgermeister.
Reinhard Riepshoff ist Küster in der Johanneskirche in Tostedt,
er ist verheiratet, hat zwei Kinder, 30 und 37 Jahre, und ein Enkelkind.
WOCHENBLATT: Sollten Sie im Mai gewählt werden, worin sehen Sie Ihre politischen Schwerpunkte?
Reinhard Riepshoff: "Der Samtgemeinderat hat die Aufstellung eines Entwicklungskonzeptes beschlossen. Die Entwicklung dieses Konzeptes gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern, mit den Räten der Mitgliedsgemeinden und dem Samtgemeinderat ist für mich ein politischer Schwerpunkt nach meiner Wahl. Aus diesem bald vorliegenden Entwicklungskonzept ergeben sich neben den Pflichtaufgaben wie z.B. Schule und Feuerschutz weitere Aussagen. Eine Daueraufgabe bleibt es, die finanzielle Handlungsfähigkeit der Samtgemeinde zu gewährleisten.
WOCHENBLATT: Wie sehen Sie ihre Rolle gegenüber dem Bürger?
Reinhard Riepshoff: Für mich reicht es nicht, die jetzt mangelhafte Bürgerinformation nur zu verbessern. Das ist aus meiner Sicht eine selbstverständliche Pflicht des Samtgemeindebürgermeisters. Mir geht es um die echte Beteiligung der Bürger an der Entscheidungsfindung und Umsetzung der Projekte. Wichtig ist mir der direkte Kontakt mit den Bürgern. Dazu werde ich auch Sprechstunden in allen Mitgliedsgemeinden anbieten.
WOCHENBLATT:
Ist die Gemeindeverwaltung gut aufgestellt?
Reinhard Riepshoff: "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten eine sehr gute Arbeit. Sie nehmen die Bürger als Kunden wahr und handeln danach. Die Gemeindeverwaltung ist als Dienstleistungsverwaltung gut aufgestellt, dies ist eine sehr gute Grundlage für den nächsten Entwicklungsschritt hin zu einer Bürgerkommune. Die Bürger werden dann nicht 'nur' Kunden, sondern auch Partner für Politik und Verwaltung bei der Gestaltung und Entwicklung der Samtgemeinde."
WOCHENBLATT: Wie sehen Sie die Chancen, dass die seit Jahrzehnten diskutierte Umgehungsstraße kommt?
Reinhard Riepshoff: "Da heute schon zu erkennen ist, dass auch der ab 2015 gültige Bundesverkehrswegeplan enge finanzielle Grenzen haben wird, müssen wir auf allen politischen Ebenen intensiv Überzeugungsarbeit leisten, damit die Ortsumgehung Tostedt gebaut wird. Das Land Niedersachsen arbeitet seit 2012 an der Fortschreibung der Prioritätenliste für Straßenbaumaßnahmen, diese Landesliste wird dann in den ab 2015 gültigen Bundesverkehrswegeplan eingearbeitet sein.
Wir alle haben seit kurzem die Möglichkeit, unter www.Strassenbau.Niedersachsen.de diese Liste zu kommentieren und so unsere Meinung auch zur Ortsumgehung Tostedt weiter zu geben."
WOCHENBLATT: Wie soll sich die Samtgemeinde bei den Gewerbe- und Wohnbauflächen weiter entwickeln?.
Reinhard Riepshoff: "Eine Grundlage für die weitere Planung ist das gerade im Entwurf vorliegende Regionale Raumordnungsprogramm 2025 des Landkreises Harburg. Die Samtgemeinde Tostedt erhält darin die Schwerpunktaufgabe 'Arbeiten und Wohnen'. Bereits daraus ergibt sich eine Verpflichtung, in beiden Bereichen auch über zusätzliche Flächen nachzudenken. Dabei ist auch auf die technische Verbesserung (Breitbandversorgung) zu achten und einzufordern."
WOCHENBLATT: Tostedt sollte Ihrer Ansicht nach keine Einheitsgemeinde werden. Warum nicht?
Reinhard Riepshoff: "Die Bürgerinnen und Bürger der Samtgemeinde haben nicht automatisch Vorteile durch eine Umwandlung zur Einheitsgemeinde. Die jetzt gegebenen Zuständigkeiten der Mitgliedsgemeinden, besonders im Planungsbereich, würden entfallen und auf die Einheitsgemeinde übergehen. Die vorhandenen intakten Dorfgemeinschaften in allen Mitgliedsgemeinden sind nicht abhängig von der Struktur der Verwaltung, sondern sie leben durch die ehrenamtlich aktiven Bürgerinnen und Bürger."