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Jugendherberge Inzmühlen: "Wir werden für den Erhalt kämpfen"

Wollen für den Erhalt der Jugendherbege kämpfen: Hotelier Heini Brunkhorst (li.) und Studienrat John Köhler
bim. Handeloh. "Ich werde für die Jugendherberge Inzmühlen kämpfen", kündigte Heini Brunkhorst, Inhaber des Undeloher Hofes, an. "Wenn die Jugendherberge schließt, kostet uns das einen Arbeitsplatz und eine Ausbildungsstelle. Das ist eine Kettenreaktion", ist der Hotelier überzeugt. Jugendgruppen seien schließlich wichtig für den Fortbestand der Tourismusregion. Neben ihm hatte auch John Köhler, Studienrat an der Eichenschule in Scheeßel, wegen der drohenden Schließung der Jugendherberge den Weg zur Sitzung des Handeloher Gemeinderates ins Gasthaus Heidekrug gefunden.
Die besondere Lage der Herberge inmitten der Natur unterstützt das pädagogische Modell der Freizeiten, die John Köhler seit 1998 in der Jugendherberge mit den fünften bis achten Klassen durchführt. "Mit diesen Freizeiten wollen wir ein Bewusstsein schaffen für ein Leben abseits der Konsumgesellschaft. Die Schüler müssen alles selbstständig machen. Das ist an unserer Schule der Renner", sagte er. "Wenn die Jugendherberge weg ist, ist dieses pädagogische Modell nicht mehr zu realisieren", so Köhler.
Der Vorschlag von Iris Gronert (CDU): "Wir sollten mit dem DJH-Landesverband Nordmark ein gemeinsames Gespräch anstreben und klären, wie es mit der Jugendherberge weitergehen kann. Es ist wichtig, weiterhin eine familienfreundliche Einrichtung in der Gemeinde zu behalten."
Bürgermeister Heinrich Richter (FWH) berichtete, dass die Gemeinde, nachdem der DJH-Landesverband die Schließung der Jugendherberge angekündigt hatte, umgehend die Samtgemeinde Tostedt, den Landkreis sowie den stv. Landrat und CDU-Landtagsabgeordneten Heiner Schönecke eingeschaltet und den DJH-Landesverband Unterweser um Hilfe gebeten habe.
Harald Stemmler (FWH), der auch Kreistagsmitglied ist, berichtete von intensiven Verhandlungen zwischen Landkreis und DJH-Landesverband, die sich zwei Jahre hingezogen hätten. "Man hatte von Anfang an den Eindruck, dass der Landesverband einen Zuschussgeber suchte", sagte er. Denn der Kreis hatte einen Teil des Erlöses aus dem Verkauf der Hanstedter Jugendeinrichtung Uhlenbusch für die Modernisierung der Inzmühlener Herberge in Aussicht gestellt. Stemmler hatte auch das Gefühl, dass seitens des Landesverbandes "an den Jugendherbergen südlich der Elbe kein großes Interesse bestand". Die Mitglieder des DJH-Landesverbandes aus dem Landkreis Harburg - laut Jahresbericht des DJH-Landesverbandes Nordmark zum 31. Dezember 2013 immerhin über 8.000 - sollten "erheblich gegen die Schließung protestieren", forderte Stemmler.
Bürgermeister Richter hält die angedachte Schließung der Jugendherberge in Inzmühlen für sehr bedauerlich. Bei den Verhandlungen durch den Landkreis seien immerhin "sehr ansehnliche Summen im Gespräch" gewesen. Der DJH-Landesverband sei aber ein Konzept schuldig geblieben, wie sich die über zwei Millionen Euro für die Modernisierung zusammensetzen. "Zwei Millionen Euro kann ich nicht nachvollziehen. Diese Summe deckt sich nicht mit den Informationen von Herbergsvater Marco Adameck, die sich auf Architektenaussagen stützen", so Richter. Denn der Herbergsvater hatte im Frühjahr 2013 von rund 700.000 Euro gesprochen, die u.a. in die Ausstattung aller Zimmer mit Dusche und WC, ein Bistro und Brandschutzstandards fließen sollten.
• Auf WOCHENBLATT-Nachfrage, wie die Differenz zustande kommt, teilte die Pressesprecherin des DJH-Landesverbandes Nordmark mit, dass die genannten 700.000 Euro "ungestützten Schätzungen" unterlagen. Die zwei Millionen Euro Kosten würden sich auf ein im Juli 2013 vorgelegtes Konzept des vom DJH-Landesverband beauftragten Architekten zu baulichen Veränderungen und notwendigen energetischen Sanierungsmaßnahmen beziehen.
Bei allen anderen Fragen, u.a. zu Übernachtungszahlen und Investitionen der vergangenen Jahre, verweist der DJH-Landesverband auf seinen Jahresbericht.
Nähere Infos zum DJH-Landesverband Nordmark unter nordmark.jugendherberge.de.