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Kampf um Heidetouristen / Heideshuttle-Haltepunkt in Handeloh verlegt

Bisher hatte der Heideshuttle in Handeloh seine Haltestelle am Bahnhof
 
Bürger- und Verkehrsvereinsvorsitzender Kai Bronisch ist stinksauer über die Verlegung der Haltestelle und ließ entsprechende Hinweisschilder fertigen
bim. Handeloh. Große Freude herrscht in Tostedt, dass der Heideshuttle in dieser Saison nun auch am Tostedter Bahnhof und in Otter hält, um Einheimische und Heidetouristen zu Ausflugszielen der Region zu befördern. „Man kann jetzt fünf Mal am Tag vom Bahnhof kostenlos in die Heide fahren und seine Fahrräder mitnehmen, eine tolle Sache“, meinte Tostedts Gemeindedirektor Dr. Peter Dörsam in der jüngsten Ratssitzung. Großen Ärger gibt es deswegen allerdings in Handeloh. Denn dort hält der Heideshuttle wegen der Stopps in Tostedt und wegen der neunwöchigen Baustelle auf der B3 bei Welle, um Zeit zu sparen, nicht mehr wie bisher am Bahnhof, sondern an der viel befahrenen Hauptstraße. Das wird vom Fahrgastbeirat und vom Bürger- und Verkehrsverein (BVV) Handeloh heftig kritisiert.
„Es ist ein Unding, dass solche Änderungen vorgenommen werden, ohne dass die Gemeinde und die Samtgemeinde verständigt wurden“, schimpfte Handelohs Bürgermeister Heinrich Richter (FWH). Wütend darüber ist auch der BVV-Vorsitzende Kai Bronisch: „In einer Nacht- und Nebel-Aktion wurde das Heideshuttle-Schild am Bahnhof abgebaut“, sagte er jetzt in der Einwohnerfragestunde während der Ratssitzung in Handeloh. Er sei auch überrascht, wie man bei Nachfragen u.a. seitens des Landkreises und des Naturparks Lüneburger Heide mit ihm umgegangen sei, gemäß des Mottos: „Was wollt Ihr eigentlich?“
Die Haltestelle an der Hauptstraße nahe des Naturkundlichen Museums sei „unfassbar unattraktiv“. „Es gibt keine vernünftige Wartemöglichkeit, der Fußweg ist zu schmal. Der Vorplatz des Naturkundlichen Museums ist Privatbesitz“, so Bronisch. Am Bahnhof gebe es hingegen ein WC und Unterstellmöglichkeiten.
Außerdem, so gab er zu Bedenken, müssten im Sommer pro Tour in Handeloh jeweils zehn bis 15 Fahrräder verladen werden. Da werde der Bus eine Weile stehen - und den übrigen Verkehr behindern. Um die Touristen über den geänderten Haltepunkt an der Hauptstraße zu informieren, hat Kai Bronisch entsprechende Hinweisschilder anfertigen lassen, für die der BVV finanziell in Vorleistung getreten ist.
„Der Tourismus spielt in Handeloh keine unwichtige Rolle. Ich habe alle touristischen Instanzen über die Haltestellen-Verlegung, über die ich wahnsinnig ärgerlich bin, informiert“, so der BVV-Vorsitzende.
Gastronom Markus Fuchs äußerte Bedenken zur Sicherheit der Shuttle-Nutzer an der Hauptstraße. „Es kann nicht sein, dass Fahrgäste, die beim Verladen der Fahrräder helfen, auf die Straße müssen“, meinte Dr. Hans-Christian Schröder (FDP). Er habe Jürgen Lürtzing von der Verkehrsbehörde der Samtgemeinde Tostedt bereits über die bevorstehende Gefährdungssituation informiert. Lürtzing wolle sich das anschauen, sobald der Betrieb läuft.
Einer der Vorteile des Heideshuttle-Halts in Tostedt aus
Tostedter Sicht: Die Fahrgäste können direkt vom Metronom in den Heideshuttle steigen. Doch genau das ist aus Handeloher Sicht ein weiterer Knackpunkt. Die Befürchtung: Wenn diese Touristen dann nicht mehr von Handeloh aus in die Heidebahn erixx steigen, könnten dort die Fahrgastzahlen sinken. Dabei hatte man jahrelang um den Anstieg der Fahrgastzahlen gekämpft, damit die Heidebahnhöfe Büsenbachtal, Suerhop (Buchholz) und Wintermoor (Schneverdingen) nicht geschlossen werden. Iris Gronert (CDU): „Die Route über Tostedt schwächt den erixx. Wir haben deswegen touristisch gesehen einen Schaden. “
Ebenso bemüht sich Handeloh seit Jahren darum, den Bahnhof zum ansprechenden Eingangstor in die Heide zu gestalten. Aus Sicht des FDP-Ratsherrn Schröder (FDP) sind rund um den Bahnhof daher noch weitere Verbesserungen erforderlich, damit der Heideshuttle-Bus problemlos wenden kann. Unter anderem müsse die Einhaltung des Parkverbots in der Bahnhofstraße stärker kontrolliert werden. Auch seien weitere Parkplätze am Bahnhof sinnvoll. Deren Anlage müsse dann, so Finanzexperte Udo Kynast (CDU), die Samtgemeinde Tostedt bezahlen, die für den Öffentlichen Personennahverkehr und damit für die P+R-Plätze verantwortlich sei.
• Der Heide-Shuttle fährt vom 15. Juli bis zum 15. Oktober durch den Naturpark Lüneburger Heide.