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Kinderbetreuung in Tostedt wird ausgebaut

Das Kinderhaus in der Dieckhofstraße soll aufgestockt werden
bim. Tostedt. Das vorhandene Angebot an Kindergarten- und Krippenplätzen in der Samtgemeinde Tostedt reicht für die angemeldeten Kinder schon jetzt nicht aus. In den vergangenen beiden Jahren sind die Geburtenzahlen gestiegen, durch den Zuzug junger Familien in die neuen Baugebiete werden weitere Klein- und Kleinstkinder erwartet. Außerdem wird der Betreuungsbedarf durch die ab August geltende Kindertagesstätten-Beitragsfreiheit sicherlich steigen. Deshalb stellte Samtgemeinderat Stefan Walnsch dem Sozialausschuss jetzt mögliche Standorte für eine neue Kindertagesstätte vor.
"Die höchste Nachfrage und höchsten Geburtenzahlen gibt es in Tostedt", so Walnsch. Daher schlägt die Verwaltung ein 38.420 Quadratmeter großes, samtgemeindeeigenes Grundstück in zentraler Lage an der Weller Straße (Im Mettkampe) vor. In dem Quadranten gebe es noch kein Angebot. Eine Kita dort könnte von den Kindern aus den neuen Baugebiet Am Bahnhof, in dem über 100 Wohneinheiten entstehen, und der Niedersachsenstraße mit 45 neuen Wohneinheiten sowie bei Spitzen auch von Kindern aus Otter besucht werden.
Die Fläche liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Otter. Allerdings gibt es bereits einen Beschluss über eine Flächennutzungsplan-Änderung, und die Gemeinde Otter sei gewillt, einen Bebauungsplan aufzustellen, so Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam. Bisher gilt die F-Planänderung für Wohnbebauung.
Weitere Vorschläge waren ein gemeindeeigenes, 13.297 Quadratmeter großes Grundstück am Heidweg, die samtgemeindeeigene Fläche neben dem Gymnasium am Schulzentrum mit 22.000 Quadratmetern und ein gemeindeeigenes Grundstück an der Harburger Straße mit 17.342 Quadratmetern. Die Grundstücke am Heidweg und an der Harburger Straße in Todtglüsingen könnten dabei die Kinder aus der Gartenstadt Heidloh, die um einen dritten Bauabschnitt erweitert wird, besuchen.
Burkhard Allwardt (fraktionslos) sieht kritisch, dass ein Teil der Kinder bei einem Kindergarten an der Weller Straße diese vielbefahrene Landesstraße überqueren müssten.
Bezogen auf die zu erwartende Verkehrsbelastung erklärte Peter Dörsam, dass derzeit alle Kinder südöstlich der Bahn in den Ort gehen oder gebracht werden müssten. Durch eine Kita an der Weller Straße würde es zwar mehr Anfahrten geben, die Fahrtwege selbst würden aber verkürzt.
Karin Rogge-Wokittel (Grüne) wies auf die geschützten Pflanzen und vielfältige Vegetation im Bereich der Weller Straße hin. Insofern komme eine Zuwegung von der Weller Straße aus - wie von der Verwaltung vorgeschlagen - für sie nicht infrage.
Wenn derzeit über Kinderbetreuung in den Kommunalparlamenten diskutiert wird, gibt es auch immer wieder Unsicherheiten bei den Betreuungszeiten, die Eltern in Anspruch nehmen könnten, wenn diese ab August kostenfrei sind. "Laut Gesetzentwurf sind acht Stunden gebührenfrei vorgesehen", so Dörsam. Er kritisierte: "Der Gesetzgeber ist verantwortungslos, etwas so kurzfristig in den Raum zu stellen."
Neben einem Kita-Neubau sollen auch die Bestandsbauten optimiert werden. So könnte im ersten Obergeschoss im Kinderhaus in der Dieckhofstraße auf einer bisher kaum genutzten Fläche von 100 Quadratmetern eine weitere Krippen- oder Kindergartengruppe mit den dazu gehörenden Nebenräumen geplant und realisiert werden, ohne dass Flächen der Spiel- und Freifläche in Anspruch genommen werden müssten. Die Kosten dafür liegen nach ersten Schätzungen bei rund 440.000 Euro. Der KIta-Neubau wird die Samtgemeinde mindestens drei Millionen Euro kosten und die Realisierung - wenn alles glatt läuft - rund zwei Jahre dauern.
Die Vorschläge der Verwaltung sollen nun in den Fraktionen diskutiert und das Ergebnis im nicht öffentlich tagenden Samtgemeindeausschuss beraten werden.