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Kippt der Landkreis den Bebauungsplan Zinnhütte?

bim. Tostedt. Das Thema Gewerbegebiet Zinnhütte beschäftigte jetzt erneut den Planungsausschuss der Gemeinde Tostedt. Einerseits ging es dabei um von zwei Anliegern beantragte Wohnbebauung. Andererseits informierte Bauamtsleiter Axel Seute, dass es vom Landkreis Harburg zur achten Bebauungsplanänderung (Aldi-Erweiterung und Umbau des Dänischen Bettenlagers inklusive Ansiedlung eines Getränke- und Drogeriemarktes) eine schwer zu bearbeitende Anregung gebe. Demnach würden sich die achte und die neunte Änderung (Einzelhandelsausschluss von innenstadtrelevanten Sortimenten außerhalb der Sondergebiete) raumordnerisch widersprechen. Und es sei schwierig, beide Änderungen zu harmonisieren.
Hintergrund: Mit Aldi-Erweiterung und Bettenlager-Umbau beschäftigt sich die Tostedter Politik bereits seit Ende 2014. Im Zuge dessen wurde ein Einzelhandels- und Zentrenkonzept in Auftrag gegeben, um die städtebauliche Entwicklung im Gewerbegebiet und die dort zulässigen Sortimente außerhalb der Sondergebiete mit der sogenannten „Tostedter Liste“ festzuschreiben und zu steuern, damit dem Einzelhandel in der Ortsmitte nicht geschadet wird. Die neunte Bebauungsplanänderung in Angriff zu nehmen, war im September 2015, das Einzelhandels- und Zentrenkonzept diesen März beschlossen worden. Um die Planung zu sichern, hatte der Gemeinderat zudem im März 2016 eine Veränderungssperre verabschiedet, nach der zunächst für zwei Jahre keine Bauvorhaben umgesetzt werden dürfen.
Knackpunkt ist laut Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam, dass früher zwei Versorgungszentren möglich waren. Laut dem aktuellen Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) 2025 darf es großflächigen Einzelhandel aber nur im zentralen Siedlungsbereich geben. „Wir haben jetzt erhöhten Begründungsbedarf für eine Gewerbeansiedlung“, so Dörsam. Zumal das Sortiment des Drogeriemarktes durchaus als zentrumsnah gewertet werden kann.
Dass der Bebauungsplan damit gekippt ist, sehe die Verwaltung nicht so, erklärt Dörsam auf WOCHENBLATT-Nachfrage. Die Landkreis-Stellungnahme befinde sich in der internen Abstimmung. Auch habe es ein Gespräch mit dem Landkreis gegeben. Dennoch: „Es ist eine schwierige Gemengelage, die wir durchsteuern“, so Dörsam.
Mit der neunten Änderung geprüft werden soll außerdem, ob dort künftig Sportstätten zugelassen werden können. Spielhallen sollen weiterhin ausgeschlossen bleiben.
Was die beantragte Wohnbebauung in der Zinnhütte angeht, sollen die Eigentümer auf eigene Kosten ein schalltechnisches Gutachten in Auftrag geben. Denn eine Wohnbebauung dürfe nicht dazu führen, dass der dort ansässige Bauhof der Samtgemeinde, das dortige Betonwerk oder andere Betriebe in ihrer Nutzung eingeschränkt werden.
Mit der Stellungnahme des Landkreises sowie den weiteren Behörden- und Bürger-Anregungen wird sich der Planungs- und Umweltausschuss der Gemeinde voraussichtlich in seiner November-Sitzung befassen.