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Landkreis Harburg muss mehr Wohnungen für Flüchtlinge schaffen

bim. Landkreis. Im Landkreis Harburg werden rund 1.170 Wohnungen für die Flüchtlinge, die in diesem Jahr kommen, zusätzlich gebraucht. Das geht aus einer aktuellen Wohnungsmarkt-Analyse des Pestel-Instituts hervor. Nach Berechnungen der Wissenschaftler steigt der Gesamt-Wohnungsbedarf für den Landkreis Harburg damit allein in diesem Jahr auf rund 2.410 Wohnungen. Im Schnitt wurden hier in den vergangenen Jahren allerdings lediglich rund 1.090 Wohnungen pro Jahr fertiggestellt.
Das Pestel-Institut in Hannover geht bei seiner Wohn-Prognose von rund 2.930 Flüchtlingen aus, die im Laufe dieses Jahres in den Landkreis Harburg kommen werden. Grundlage hierfür ist die für Deutschland in 2015 erwartete Zahl von einer Million Flüchtlingen in 2015.
Um eine handfeste Wohnungskrise zu vermeiden, müsse die bisherige Neubaurate enorm gesteigert und beim Leerstand kräftig saniert werden.
Zwei „Mangelerscheinungen“ diagnostizieren die Wissenschaftler bei der Wohnungsmarkt-Analyse für den Landkreis Harburg: „Es fehlen bezahlbare Wohnungen. Vor allem aber Sozialwohnungen. Also vier Wände für die Menschen, die sich teure Wohnungen in der Regel nicht leisten können: Rentner, Alleinerziehende, junge Menschen in der Ausbildung, einkommensschwache Haushalte und eben auch Flüchtlinge“, teilt das Institut mit.
Die vom Bund jetzt bereitgestellten 500 Millionen Euro, die die Länder bis 2020 jährlich für den sozialen Wohnungsbau bekommen sollen, sieht das Pestel-Institut kritisch. „Das wird nicht reichen. Bundesweit werden dadurch bestenfalls zwischen 10.000 und 12.000 Wohnungen neu entstehen. Der Landkreis Harburg wird davon nicht wirklich spürbar profitieren“, heißt es weiter.

Hinter der Untersuchung steht die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt. Die IG BAU hat gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB), der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) und dem Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure (BDB) die Wohnungsmarkt-Analyse in Auftrag gegeben.