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Leinenzwang im Büsenbachtal bleibt Thema

Gehen der Heidschnuckenherde (im Hintergrund) sonst aus dem Weg und posierten nur fürs Foto: die Hundehalter im Büsenbachtal
 
Viele Hundehalter sind gegen einen ganzjährigen Leinenzwang im Büsenbachtal
bim. Handeloh. Heftig war der Schlagabtausch in der jüngsten Ratssitzung in Handeloh, als es um das Thema "ganzjähriger Leinenzwang im Büsenbachtal" ging, groß die Enttäuschung bei den anwesenden Hundehaltern: Gegen die Stimmen der CDU, der Grünen und des fraktionslosen Ratsmitgliedes Andreas Matthies entschied die FWH-/SPD-Mehrheit, das Thema weiter zu verfolgen.
Entgegen der ursprünglichen Überzeugung, kann die Gemeinde aber nicht endgültig entscheiden. Zuständig ist die Samtgemeinde Tostedt als Feld- und Forstordnungsbehörde nach dem Wald- und Landschaftsordnungsgesetz. Die Gemeinde muss für ihr Anliegen einen entsprechenden Antrag an die Samtgemeinde stellen.
Bürgermeister Heinrich Richter (FWH) nannte erneut Beschwerden über freilaufende Hunde, insbesondere an den Wochenenden, sowie getötete Rehe als Grund für den Vorstoß.
"Eine solche Verordnung muss auch gelebt werden", sagte Grünen-Ratsherr Waldemar Hindersin, der bezweifelt, dass irgendjemand die Einhaltung der Verordnung - sollte sie kommen - kontrolliert. Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises seien gar nicht befugt, Halter freilaufender Hunde anzusprechen, Personalien aufzunehmen und Bußgelder anzudrohen, ebensowenig die Gemeinde. Das könnten nur Polizei und Ordnungsamt. "Die Verwaltung in Tostedt wird aber keine Ortsbesichtigungen im Büsenbachtal anordnen. Und ich glaube, die Polizei hat Besseres zu tun, als nach Hundeleinen zu schauen", so Hindersin.
Harald Stemmler (FWH) verteidigte die ganzjährige Leinenzwang-Verordnung, auch wenn es viele Gegner gebe. "Wir wollen die Schwächeren schützen, die sich belästigt fühlen, und die dortige Heidschnuckenherde."
Iris Gronert (CDU) verwies auf die bereits bestehende Anleinpflicht in der Brut- und Setzzeit, die ausreichend sei.
Halter wildernder Hunde könnten ohnehin heute schon bestraft werden, so Andreas Dyck (CDU). "Ich vermisse Zahlen. Wir sollten dieses Thema beerdigen", schlug er vor.
2013 und 2012 seien je ein Reh bzw. Rehkitz gerissen worden, so Bürgermeister Richter. Weitere Zahlen blieb er aber schuldig. "Über Leute, die eine solche Verordnung begrüßen würden, gibt es keine Zahlen", sagte er.
"Die ziehen ihr Ding einfach durch", ärgerte sich Büsenbachtal-Anlieger und Hundehalter Horst Gütschow darüber, dass die Argumente der Hundebesitzer nicht ins Gewicht fielen. Sie hatten dem Bürgermeister eine Liste mit ca. 300 Unterschriften, davon ca. 150 von Handelohern, gegen den ganzjährigen Leinenzwang übergeben und einen Kompromissvorschlag erarbeitet. Dieser sah vor, zehn Schilder mit vier "Verhaltensregeln" für Hundehalter und alle übrigen Besucher im Büsenbachtal aufzustellen.
"Leinenführung entspricht nicht dem natürlichen Bewegungsbedürfnis des Hundes und führt zu Aggressivität", so die Hundehalter beim Ortstermin mit dem WOCHENBLATT. "Meine Bonnie hat an der Leine den Rüden Skibby angegriffen, den sie gut kennt und mit dem sie sich sonst versteht", erzählte Gütschow. Torsten Justus hat seine Dogge Gwendis (8 Monate) im Büsenbachtal durch den Kontakt mit mehreren, freilaufenden Hunden sozialisiert. "Unsere Hunde kennen sich alle. Sie müssen doch auch mal miteinander toben und frei laufen können", so Elke Stoll.
Sie könnten auch damit leben, das Büsenbachtal zu bestimmten Uhrzeiten zu meiden, um das Wild nicht zu stören. Doch könne es nicht im Interesse des Jagdpächters sein, wenn die Hundeführer in die umliegenden Wälder abgedrängt würden.
Beim Ortstermin waren alle zwölf Hunde überaus artig - und angeleint. Der einzige, der frei herumlief, war der Hütehund der Schnuckenherde. Aber auch diese Begegnung meisterten alle Vierbeiner ohne große Aufregung.