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Maut auf Bundesstraßen: "Mehreinnahmen in den Straßenerhalt investieren"

Detlev Dose von der Seevetaler Transport Service GmbH befürchtet, dass sich für ihn die Mautausgaben verdoppeln
bim. Seevetal. "Grundsätzlich finde ich eine Kostenbeteiligung nach dem Verursacherprinzip gut", sagt Detlev Dose, Firmenchef des Unternehmens STS - Seevetaler Transport Service GmbH im Landkreis Harburg, zur Maut-Einführung auf Bundesstraßen. Was ihn stört, ist aber das Missverhältnis zwischen dem, was der Staat im Bereich des Kraftverkehrs einnimmt - 2016 insgesamt 45,2 Milliarden Euro mit Mineralöl- und Kfz-Steuer sowie Maut - und dem, was tatsächlich in die Straßenunterhaltung investiert wird - 2016 rund 13 Milliarden Euro in Bundesfernstraßen. Und dass der Bund statt der genannten, erwarteten zwei eher vier Milliarden Euro zusätzlich einnehmen wird.
Detlev Doses Unternehmen mit 46 Mitarbeitern ist im regionalen Transportgewerbe in Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg erfolgreich. Gerade hat er im Regionalbereich von zehn auf 13 Lkw aufgestockt. Wenn im Juli die Maut auf Bundesstraßen kommt, rechnet der Unternehmer damit, dass sich seine Ausgaben für Maut von derzeit 50.000 Euro jährlich verdoppeln.
Die Bundesstraßen-Maut werde Niedersachsens Wirtschaft insgesamt hart treffen, ist Detlev Dose überzeugt, da Industrie und Handel überwiegend in der Fläche und nicht nur an Bundesautobahnen angesiedelt sind. Außerdem sieht er die Organisation der Maut-Erhebung und -Abrechnung kritisch: Immerhin kommen zu den bisher rund 13.000 Kilometern mautpflichtiger Autobahn-Kilometer und den 2015 hinzu gekommenen 2.300 Kilometern vierstreifige Bundesstraßen nun noch 24.700 Kilometer Bundesstraßen hinzu.
"Die Bundesregierung will am 1. April bekannt geben, wie hoch die Maut auf Bundesstraßen sein soll. Derzeit wissen wir nicht, wie wir planen und was wir den Kunden sagen sollen", so Dose.
Auch der von "Toll Collect" angegebene durchschnittliche Maut-Satz pro Kilometer von 13,8 Cent liege in Wahrheit höher, so der Transportunternehmer. "Dieser Satz trifft nur auf die neueste Generation Fahrzeuge zu, die erst seit 18 Monaten geliefert werden. Davon habe ich gerade zwei angeschafft und drei bestellt. Ich habe aber auch ansonsten schadstoffarme, moderne Fahrzeuge, für die ich 15,6 bis 16,7 Cent pro Kilometer zahle", rechnet er vor. Und seine Befürchtung ist, dass die Mautgebühren ab Juli insgesamt deutlich steigen.
Die Mehrausgaben müsse er letztlich auf die Kunden umlegen. "Das zu vermitteln, wird schwierig", so Dose.

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