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Moschee-Bau als Journalismus-Fake? - In Tostedt ist man sauer auf eine TV-Produktion

bim. Tostedt. „Eine Bereicherung für Ihre Stadt. Die Yeni Sultan Selim Moschee“ - so stand es auf einem Plakat auf einem Pkw-Anhänger, der am Freitag an der Todtglüsinger Straße in Tostedt - unweit der neuen Asylbewerberunterkunft - geparkt war. Gleichzeitig wurde damit nach einem ca. 900 Quadratmeter Grundstück gesucht, als Ansprechpartner Imam Ahmet Demir genannt.
„Uns ist von einer Moschee in Tostedt nichts bekannt“, betonte Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam. Dennoch wurde die Verwaltung umgehend tätig, als sie auf den Anhänger aufmerksam gemacht wurde. Nach ihren Recherchen habe ein Team eines TV-Senders für die Sendung Spiegel TV vor Ort schauen wollen, wie die Leute in Tostedt auf solch ein Ansinnen reagieren. Auch Marktbesucher seien befragt worden.
Sauer auf diese Art von fragwürdigem Journalismus ist Gerald Meier, Pastor der ev. Johannes-Kirchengemeinde. „Anscheinend sollten hier zu diesem vielschichtigen Thema in einer fingierten Situation ‚schnelle‘ Reaktionen künstlich heraufbeschworen werden. Das Ganze ist ein ungeheuerlicher Vorgang und stellt meiner Meinung nach einen journalistischen Skandal dar! Emotionen zu provozieren, die auf falschen Tatsachen (Lügen!) beruhen, ist ein Spiel mit dem Feuer, gerade wenn man meint, dass in Tostedt immer noch mit starken rechten Aktivitäten zu rechen sei“, so Meier.
Nach Rücksprache mit Peter Dörsam solle zunächst in der Produktionsfirma nach Gründen für diese Aktion gefragt und dann weitere Schritte erwogen werden. „Selbst wenn ein Beitrag für eine Satiresendung erstellt wurde, bleibt die Frage nach dem Sinn und der Legitimation, denn schon seit Samstag führen wir Gespräche mit besorgten Bürgern“, berichtet Gerald Meier.