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Neu Wulmstorfs Grünabfälle in Ardestorf sammeln, aber von privatem Entsorger abholen und verwerten lassen

bim. Winsen. Die Bürger in Neu Wulmstorf können aufatmen. Nach einem Ortstermin der Landkreise Harburg und Stade zeichnet sich eine Lösung für die weitere kostenlose Anlieferung geringer Mengen Grünabfälle und Siedlungsmüll bei dem vom Kreis Stade betriebenen Abfallwirtschaftszentrum (AWZ) in Ardestorf ab. Der Umweltausschuss des Landkreises Harburg sprach sich jetzt einstimmig dafür aus, den Neu Wulmstorfern weiterhin diese wohnortnahe Entsorgung zu ermöglichen. Mit der Abfuhr und Verwertung der Grünabfälle aus dem Landkreis Harburg soll ein privater Entsorger beauftragt werden.
Wie berichtet, hat der Landkreis Stade die Zweckvereinbarung über die Abnahme von Grünabfall-Kleinmengen zum Ende des Monats gekündigt, sodass diese zum 31. Dezember ausläuft.
Der Landkreis Stade habe eine Genehmigung für jährlich 9.600 Tonnen an Grün- und Siedlungsabfällen, faktisch seien es inzwischen aber 12.000 Tonnen, davon rund 3.800 Tonnen Grünabfälle aus dem Landkreis Harburg. "Die Anlage in Ardestorf läuft über. Wir haben Verständnis für die Probleme", so Kreisrätin Monika Scherf. Eine Entsorgung der 3.800 Tonnen aus Neu Wulmstorf sei aber auf den kreiseigenen Kompostplätzen nicht möglich, da auch dort die Obergrenzen erreicht seien.
Der Vertrag mit einem privaten Entsorger soll gelten, bis die Bioabfall-Entsorgung neu geordnet ist, voraussichtlich bis 2019.
• Die Bioabfall-Entsorgung war ebenfalls Thema. Einstimmig empfahl der Ausschuss u.a., dass diese ganzjährig alle 14 Tage abgeholt werden soll. Die kostenlose Anlieferung von Kleinmengen organischer Küchenabfälle bei den Annahmestellen im Landkreis entfällt mit der Einführung der Biotonne ab April 2019.
Einige weitere Kriterien:
• Haushalte, die selbst kompostieren, sollen unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit erhalten, vom Benutzungszwang der Biotonne befreit zu werden.
• Ob die vierwöchige Grünabfall-Straßensammlung mit gebührenpflichtigen Säcken nach 2020 fortgeführt wird, soll anhand der Mengen 2019/20 entschieden werden. Nach Möglichkeit soll es aber nur noch eine Sammlung von Grün-, Garten- und Küchenabfällen geben.
• Die Biotonnen sollen in den Größen 60, 120 und 240 Liter angeboten werden.
• Die Restabfalltonnen sollen zunächst weiterhin alle 14 Tage abgeholt werden.
• Die Kosten für die Biotonne sollen zum Teil über die Grundgebühr und/oder die Restabfallgebühren querfinanziert werden.
Gegen die Stimmen von SPD und Grünen plädierte der Ausschuss dafür, die Verwertung von Bioabfällen, die als Kombination aus Vergärung und Kompostierung erfolgen soll, noch in diesem Jahr im offenen Verfahren auszuschreiben.
Laut Verwaltung sei das nötig, weil nur dann auch regionale Entsorgungsunternehmen eine Chance hätten, ortsnah eine Vergärungsanlage zu bauen und sich an der Ausschreibung zu beteiligen. Denn bislang gibt es im Umkreis kaum aufnahmebereite Anlagen für die Verwertung von Bioabfällen.
Die Abfallwirtschaft im Heidekreis habe selbst eine Biogasanlage errichten und andere Landkreise einbeziehen wollen. Allerdings sei noch nicht geklärt, wie man Gärreste dauerhaft und sicher entsorgen könne, so Frank Sameluck, Leiter der Abfallwirtschaft. Eine eigene Anlage zu errichten, dauere zweieinhalb bis vier Jahre. Allerdings fehle dazu das Know-How und das Personal.