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Östliche Weidenstraße Kakenstorf: Samtgemeinderat Tostedt gibt grünes Licht für Flachennutzungsplan-Änderung

Zwischen Ahornallee und Weidenstraße in Kakenstorf soll das Neubaugebiet entstehen (Foto: www.mapz.com)
bim. Tostedt. Etliche Kakenstorfer haben Bedenken gegen das von der Gemeinde geplante Baugebiet „Östliche Weidenstraße“ auf 2,9 Hektar zwischen Ahornallee und Weidenstraße. Sie fürchten u.a. einen zu schnellen Bevölkerungszuwachs und ein erhöhtes Verkehrsaufkommen. Die bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche ist laut Flächennutzungsplan (F-Plan) bislang nur zum Teil für Wohnbebauug vorgesehen. Daher muss der F-Plan geändert werden. Für dieses Verfahren gab der To-
stedter Samtgemeinderat jetzt mehrheitlich grünes Licht.
Gemäß einer Entwurfsskizze des Neubaugebietes sind ca. 44 Grundstücke für Einzel- und Doppelhäuser und vier Grundstücke für Mehrfamilienhäuser mit je sechs Wohneinheiten geplant, so dass in der „Östlichen Weidenstraße“ rund 70 Wohneinheiten realisiert werden könnten.
Kakenstorfs Bürgermeister Heiko Knüppel (CDU) begründete den Antrag der Gemeinde mit der hohen Nachfrage nach Wohnraum, u.a. von jungen Familien, Lehrern der Waldorfschule im Dorf sowie dem Bedarf an seniorengerechten Wohnungen. Das Wohngebiet soll in zwei Bauabschnitten entwickelt werden. In welchem Zeitraum das geschieht, müsse der Gemeinderat noch entscheiden.
Mit den Zielen des künftigen Raumordnungsprogramms 2025 des Landkreises Harburg, das eine Siedlungsentwicklung kleinerer Gemeinden und Ortsteile bis maximal fünf Prozent - bezogen auf die im F-Plan ausgewiesene Fläche - vorsieht, sei das neue Wohngebiet vereinbar, so Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam. Denn durch die Enwicklung des neuen Wohngebietes auf 2,9 Hektar Fläche ergebe sich ein Flächenzuwachs von 2,11 Prozent.
Die Verwaltung hält zudem den Einwohnerzuwachs von zu erwartenden ca. 189 Personen für das 1.377 Einwohner zählende Dorf für verträglich.
Harald Stemmler (WG) sieht den Einwohnerzuwachs wegen nicht ausreichender Infrastruktur kritisch. Zumal das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) außer des Schulbusverkehrs nicht ausreichend sei. Es sei die Frage, was die wachsende Bevölkerung für die Samtgemeinde bedeute. Stemmler plädierte dafür, den zweiten Bauabschnitt erst in fünf Jahren anzupacken.
Klaus-Dieter Feindt (SPD) forderte: „Im Mittelpunkt des Handelns hat der Mensch zu stehen.“ Und meinte damit, ihnen die Möglichkeit zum Siedeln und Wohnen zu schaffen und eine Familie zu gründen.
„Wir brauchen Entwicklungsmöglichkeiten in allen Mitgliedsgemeinden in vernünftigem Rahmen“, sagte Rolf Aldag (CDU). Er hält das geplante Wohngebiet für überschaubar, was Wohneinheiten und Fläche angeht. Innerhalb des F-Plan-Änderungsverfahrens hätten die Bedenkenträger die Möglichkeit, Dinge anzumerken, die sie stören, so Aldag.
Für Nadja Weippert (Grüne) war die nicht vorhandene Infrastruktur, u.a. ohne Arzt und Pflegedienst sowie dem zum wiederholten Male geschlossenen Dorfladen, Grund genug, der F-Plan-Änderung nicht zuzustimmen. Die Kinder der künftigen Neubürger, die nicht in Waldorfschule oder -kindergarten gehen würden, müssten dann nach Tostedt fahren. Außerdem gebe es schließlich in Kakenstorf laut F-Plan Flächen für Wohnbebauung, die noch nicht bebaut seien. Dem widersprach Bürgermeister Knüppel. Geschlossene freie Flächen im F-Plan haben wir nicht mehr“, erklärte er. Es sei höchstens möglich, Grundstücke zu teilen. „Jeder, der sich entscheidet, in ein kleines Dorf zu ziehen, weiß, wo-
rauf er sich einlässt“, so Knüppel zur Diskussion um die Infrastruktur.
Neben der Einleitung des F-Plan-Änderungsverfahrens wurde schließlich auch die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden bei zwei Gegenstimmen von den Grünen beschlossen.