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"Pflanzengift Glyphosat wird über Online-Handel unkontrolliert verbreitet"

(bim). Die Anwendung glyphosathaltiger Unkrautvernichtungsmittel ist laut Paragraf 12 des Pflanzenschutzgesetzes auf forst- und landwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzte Flächen beschränkt. Dennoch wird das Pflanzengift vielfach auch auf Gehwegen, an Garagentoreinfahrten oder in unmittelbarer Nähe von Gewässern ausgebracht. Nachdem die meisten Baumärkte und Gartencenter Glyphosat-Produkte inzwischen aus ihren Regalen verbannt haben, sind Onlineshops ein wichtiger Umschlagplatz für den Pflanzenvernichter geworden, hat die Grünen-Bundestagsfraktion herausgefunden. Eine von ihr in Auftrag gegebene, stichprobenartige Untersuchung habe nun aber ergeben, dass fast alle Online-Händler die gesetzlichen Vorschriften für die sachkundige Beratung zum Pflanzengift missachten würden.
Der Verbrauch glyphosathaltiger Mittel im Haus- und Kleingartenbereich macht laut Ausführungen in der Untersuchung nur einen kleinen Teil der Gesamtabsatzmenge von Glyphosat aus (46.000 von insgesamt 3.780.000 Liter im Jahr 2016), sei aber besonders anfällig für Fehlanwendungen, die den geltenden Vorschriften zuwiderlaufen. Vor dem Hintergrund von möglichen Überdosierungen und Fehlanwendungen im Haus- und Kleingartenbereich sei eine sachkundige Beratung zu den Anwendungsbestimmungen daher gesetzlich vorgeschrieben.
Im Untersuchungszeitraum vom 13. bis zum 21. Dezember 2017 hätten die Testkäufer versucht, 54 glyphosathaltige Mittel auf 34 Online-Plattformen zu erwerben. Doch eine entsprechende Beratung habe bei 33 von 34 untersuchten Onlineshops nicht bzw. nicht hinreichend stattgefunden.
Zu den Ergebnissen sagt Julia Verlinden, niedersächsische Bundestagsabgeordnete für Bündnis 90/Die Grünen: „Der Onlinehandel wird nicht ausreichend überwacht, die vorgeschriebene sachkundige Beratung findet nicht statt. Glyphosat greift massiv in Ökosysteme ein und steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Es darf nicht sein, dass dieses Pflanzengift ohne Beratung und Sachkundenachweis verkauft wird. Ein generelles Verbot für Glyphosat ist überfällig, also auch für Privatanwendungen.“
Die Untersuchung „Glyphosat im Online-Handel“ ist nachzulesen unter www.gruene-bundestag.de, Stichwort Glyphosat.