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Rechte Plakate beim Tostedter Jugendkongress

Mitveranstalter Ulrich Graß und Kreisjugendpfleger Franz Schaffeld freuten sich, dass die Workshops mit viel Begeisterung aufgenommen wurden und sind der Überzeugung, dass durch den Tag ein Nachdenken über Rechtsextremismus stattfinden wird (Foto: Fotos: Tobias Johanning)
tj/bim. Tostedt. Wie wichtig es ist, Jugendliche für das Thema Rechtsextremismus zu sensibilisieren, zeigte sich bei dem Aktionstag "Zivilcourage" und dem Jugendkongress "Gegen Extremismus - für Toleranz und Vielfalt" der vier weiterführenden Schulen in Tostedt. Bereits im Vorfeld der Veranstaltung erschienen auf einschlägigen Internetseiten, die der rechten Szene zuzuordnen sind, abfällige Kommentare. Konkrete Taten folgten in der Nacht vor dem Thementag, als auf der Bushaltekehre des Schulzentrums Plakate von einem Rechten Aktionsbündnis angebracht wurden.
Der Tag richtete sich an alle neunten Klassen der Erich-Kästner-Realschule, der Schule am Düvelshöpen, des Gymnasiums Tostedt und der Töste Realschule. 150 Schüler hörten einen Vortrag des Staatschutzes über Zivilcourage. Gleichzeitig nahmen 120 Neuntklässler an Workshops teil.
Die Jugendlichen wurden u.a. von einem Vertreter des Verfassungsschutzes über Extremismus informiert. Im Workshop "Rechtsextremismus und neue Medien" gingen die Schüler etwa der Frage nach, wie die Szene mit YouTube-Videos die Jugend erreichen will. Weitere Gruppen befassten sich mit Gewalt im Sport und rechter Symbolik. So erfuhren die Schüler, dass Zahlenkombinationen wie 18 oder 88 den ersten bzw. achten Buchstaben im Alphabet benennen und für die Abkürzungen AH (Adolf Hitler) und HH (Heil Hitler) stehen.
Am besten besucht war der Workshop "Einstiegsdroge 'Rechtsrock'". Darin wurde deutlich, dass die Musik rechtsextremistischer Bands akustisch dem der gängigen Musik im Radio ähnelt und so versucht wird, junge Menschen für die menschenverachtende Ideologie zu gewinnen.
Bei dem Workshop "Tostedter Verhältnisse - Was geht mich das an?" wurde unter Leitung von Stefanie Wegerhoff vom Forum für Zivilcourage besonders auf die Situation in der Samtgemeinde eingegangen. Die Schüler beklagten dabei, dass es in Tostedt keinen richtigen Jugendpfleger gebe, an den sie sich bei Problemen wenden könnten. Das Jugendzentrum sei "ein Schiff ohne Kapitän".
Mitveranstalter Ulrich Graß und Kreisjugendpfleger Franz Schaffeld freuten sich, dass die Workshops mit viel Begeisterung aufgenommen wurden und sind der Überzeugung, dass durch den Tag ein Nachdenken über Rechtsextremismus stattfinden wird.