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Soll es in Handeloh weiteres Bauland geben?

Planer Frank Patt bei der Präsentation der Bebauungsvarianten
bim. Handeloh. Die Gemeinde Handeloh hat westlich und östlich der Wörmer Straße knapp sieben Hektar Grünland erworben und erwägt nun, daraus abschnittsweise Bauland zu entwickeln. In einer Bürgerversammlung stellten Bürgermeister Heinrich Richter und Planer Frank Patt das Vorhaben vor. Im Hotel Fuchs fanden sich dazu 26 Interessierte, darunter viele Rats- und Ausschussmitglieder, ein.
Für die Gemeinde sei Bauland wichtig, um den Zuzug junger Familien zu fördern und das Fortbestehen von Schule und Kindergarten zu sichern, so Heinrich Richter. „Wir haben durchaus die Möglichkeit, das solide zu finanzieren“, sagte Richter.
Die Flächen liegen zwischen dem Dorf und der Siedlung Richtung Norden zwischen Schulstraße und Mergelweg. „Das Gebiet würde die zwei Siedlungsbereiche zusammenführen“, so Frank Patt. Damit aus den landwirtschaftlichen Flächen Bauland werden kann, müsste die Samtgemeinde Tostedt parallel zum Bebauungsplanverfahren den Flächennutzungsplan ändern.
Frank Patt stellte zwei Bebauungsvarianten vor - entweder eine einzeilige Bebauung oder in Form von kleinen Hausgruppen, die zum Teil über eine Stichstraße erschlossen werden. Flankierend könnten Grünflächen und Fußwege angelegt werden. Details dieses Konzeptes müssten untersucht werden. Die ca. 50 Grundstücke wären je um 1.000 Quadratmeter groß, so Patt.
Ameisenweg-Anwohner Stephan Heger hält eine Bebauung für keine weise Lösung. Er führte Naturschutzgründe (Verlust der Artenvielfalt) und Gründe zum Tourismuserhalt an. „Wenn noch mehr Flächen versiegelt werden, saufen die Anwohner im Amselweg ab“, so Heger. Außerdem würden sich die zusätzlichen Häuser negativ auf die Grundstückspreise auswirken.
Ein anderer Anwohner hat Bedenken, dass Straßenschluchten geschaffen werden und dann jeder baut, wie er will.
Dagegen, so Ratsherr Harald Stemmler (Freie Wählergemeinschaft Handeloh), könne man mit dem Bebauungsplan entsprechende Auflagen machen. „Deshalb macht das die Gemeinde und nicht ein Investor“, so Stemmler.
Grünen-Ratsherr Waldemar Hindersin nannte das Vorhaben eine „willkürliche Siedlungsentwicklung, nur weil ein Grundeigentümer der Gemeinde das Grundstück angeboten hat.“ Die Eigenständigkeit des Ortsbildes werde für einen Siedlungsbrei geopfert. Der „Propfen“, wie Hindersin den Lückenschluss in der Bebauung der beiden Siedlungsteile nannte, könnte die Besonderheit Handelohs zerstören. Alternativ könne die Gemeinde bei der „großen Fluktuation“ der Einwohner junge Familien ansprechen und für einen Zuzug in bestehende Wohnobjekte gewinnen. Die Beobachtungen Hindersins, dass eher ältere Gutverdiener mit Hund oder Pferd nach Handeloh ziehen würden, teilte Iris Gronert (CDU) nicht. „Anfragen junger Familien sind da“, sagte sie.
Auch Planer Frank Patt wies auf die Möglichkeit hin, die Hausgestaltung durch örtliche Bauvorschriften zu regeln. Außerdem könne die Gemeinde Kriterien entwickeln, an wen sie das Land verkauft.
Das Thema wird die politischen Gremien der Gemeinde jedenfalls noch eine Weile beschäftigen.