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Teures Wasser für den Wümmepark

bim. Tostedt. Tief in die Tasche greifen müssen bald die Bewohner des Wümmeparks beim Wasserbezug: Die Grundgebühr soll demnach 150 Euro jährlich, die Gebrauchsgebühr 17,03 pro Kubikmeter betragen. Die Kosten solch einer Gemeinschaftskläranlage müssten zu 100 Prozent auf die Nutzer umgelegt werden. Wie und in welchen Zeiträumen, sei nicht gesagt, so Samtgemeinde-Bürgermeister Dirk Bostelmann in der jüngsten Ratssitzung. Diese erhebliche Gebührenerhöhung begründete er u.a. mit geltend gemachten Personalkosten, die im Rahmen eines Gerichtsverfahrens angefallen seien, und überdurchschnittlich hohen Unterhaltungskosten.
Hintergrund: Die Ortsteilkläranlage Wümmepark war im Mai 2008 in Betrieb genommen worden. Die Betriebskosten waren laut Verwaltung nur schwer abzuschätzen. Aufgrund der neuen Kostensituation und einer Rücklage wurden die Verbrauchsgebühren zunächst mit 0,84 Euro pro Kubikmeter veranschlagt. Danach habe es aber Einnahmedefizite gegeben, rund 4.800 Euro im Jahr 2009 und rund 16.000 Euro in den folgenden zwei Jahren. Anfang 2012 war die Verbrauchsgebühr auf 9,66 Euro pro Kubikmeter angehoben worden. Allerdings sei dabei noch nicht das 2010 und 2011 entstandene Einnahmedefizit berücksichtigt worden.
Der parteilose Ratsherr Burkhard Allwardt kritisierte: "Das Gerichtsverfahren endete in einem Vergleich. Die Personalkosten werden der Gruppe, die davon betroffen ist, auferlegt. Warum werden die zusätzlich bestraft?"
Bostelmann entgegnete, dass die Kosten dem Betrieb der Anlage, nicht den Personen zugeordnet würden, aber von den Anlagennutzern zu zahlen seien.
Eine kleine "Atempause" haben die Grünen den Anwohnern verschafft. Die mit rund 14.000 Euro veranschlagten Personalkosten im Jahr 2009 seien nicht nachvollziehbar dargelegt, so Nadine Prigge. Bis zu einer eingehenden Erläuterung müssen die Anwohner daher zunächst "nur" - wie von den Grünen beantragt - 13,19 Euro pro Kubikmeter zahlen.
In der anschließenden Einwohnerfragestunde bemängelte der Besitzer eines Wochenendhauses im Wümmepark: "Wir hatten gegen einen Gebührenbescheid geklagt. Es ging um eine Summe von 350 Euro. Für ein 13-seitiges Pamphlet sollen 13.000 Euro angefallen sein. Das karikiert jegliche Verwaltungseinsprüche. Wir zahlen richtig drauf. Und es ist kein Ende in Sicht."