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Tostedter Rat erteilt Hunde-Schwimmtag eine Absage

Kein Badespaß für Ronja und Holly. Der Tostedter Samtgemeinderat hat den Hunde-Schwimmtag abgelehnt
bim. Tostedt. Dieses Thema spaltete die Ratsfraktionen: die Diskussion um einen Hunde-Schwimmtag im Tostedter Freibad. Den wollte der Freibadförderverein zur Attraktivitätssteigerung des Bades veranstalten. Mehrheitlich sprachen sich nun aber die Politiker dagegen aus.
Eigentlich wäre eine Entscheidung darüber Geschäft der laufenden Verwaltung gewesen, hätte also nicht des Votums des Samtgemeinderates bedurft. Nachdem einige Bürger Bedenken geäußert hatten, wollte Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam den Rat abstimmen lassen. Auch beim Schwimmmeister habe es unterschiedliche Rückmeldungen gegeben. „Wenn es Menschen gibt, die wir damit vergraulen, hat das für mich Gewicht“, sagte er.
So gab es auch in keiner Fraktion oder Gruppe ein einheitliches Meinungsbild zum Hunde-Schwimmtag. „Ich habe keine Hunde, und ich mag keine Hunde. Ich bin trotzdem dafür, den Versuch zu starten und den Hundebadetag danach im Ausschuss auszuwerten“, sagte Waldemar Hindersin (Grüne).
Hundebesitzerin Anette Randt (CDU) fühlte sich von dem Konzept angesprochen und appellierte an ihre Ratskollegen: „Bitte haben Sie den Mut, den Hunden unsere freundliche Gemeinde vorzustellen. Dass das unhygienisch sein soll, ist ‚Kopfkino‘. Eher pinkeln Menschen ins Wasser“, sagte sie.
„Absolut dagegen“, war Klaus-Dieter Feindt (SPD). „Es gibt Menschen, die eine Distanz zu Hunden haben. Die Idee ist gut, aber die Diskussion können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht gebrauchen“, so Feindt.
Sein Fraktionskollege, Bürgermeister Gerhard Netzel, sah das anders. „Was spricht dagegen, wenn Hunde nach Ende der Badesaison dort ins Wasser gehen? Das Wasser wird danach abgelassen, das Becken gereinigt. Bis zur nächsten Badesaison werden die Bedenkenträger das vergessen haben“, sagte er.
„Ich glaube nicht, dass das eine gute Werbung fürs Freibad ist“, meinte Harald Stemmler (Freie Wählergemeinschaft).
Er sei offen in die Diskussion gegangen, so der Hunde-lose CDU-Ratsherr Rolf Aldag, der Leute, die er traf, nach ihrer Meinung zum Hunde-Schwimmtag befragte und ein ebenso unterschiedliches Meinungsbild erhielt.
Letztlich befürworteten nur acht Ratsmitglieder den Hunde-Schwimmtag.
Einen Eklat gab es zum Ende der Ratssitzung. Peter Dörsam und Samtgemeinderat Stefan Walnsch hatten ein Schreiben von Freibadvereinsvorsitzender Jasmin Kramer, die darin den Hunde-Schwimmtag erläutert hatte, während ihres Urlaubs erhalten und sahen keine Dringlichkeit, zu antworten, da um Rückmeldung bis Mitte September gebeten worden war. Dann seien sie aber durch die Ankündigung der Veranstaltung in der Presse Ende August überrascht worden. „Das ist unglücklich gelaufen“, meinte Dörsam. Jasmin Kramer hingegen hatte die nach ihrem Verständnis wohlwollende Aufnahme ihres Anliegens von vielen Freibadförderern, vom Schwimmmeister und von ihrem Verwaltungsansprechpartner Michael Burmester so gedeutet, dass der Hunde-Schwimmtag wie geplant über die Bühne gehen kann. Sie fühlte sich vom Bürgermeister als Lügnerin bezichtigt und reagierte wütend. Nun soll es demnächst noch ein klärendes Gespräch zwischen Samtgemeinde-Bürgermeister, Michael Burmester, dem Schwimmmeister und der Fördervereinsvorsitzenden geben.
• Um Sanierungskonzepte fürs Freibad geht es erneut am morgigen Donnerstag, 17. September, um 18 Uhr in einer Sondersitzung des Bau- und Planungsausschusses im Ratshaus-Sitzungsraum.

Kommentar: Von diesem Event hätten auch schwimmende Zweibeiner profitiert

Die Absage des Hunde-Schwimmtages ist ein Schlag ins Gesicht für die Verantwortlichen des Freibadfördervereins, die in die Organisation der Veranstaltung bereits viel ehrenamtliches Engagement investiert haben. Zugegeben - auch die ehrenamtlich tätigen Volksvertreter hatten sich ihre Entscheidung nicht alle leicht gemacht, mehrere sogar spontane Umfragen in ihrem Umfeld durchgeführt. Dennoch: Hundeschwimmtage erfreuen sich landauf, landab großer Beliebtheit, schaden niemandem und finden eben nach der Menschen-Badesaison statt. Warum also nicht einmal etwas Neues ausprobieren? Und welcher Verlust wäre in einem Eintritt-freien Bad entstanden? Zumal der Erlös der Vierbeiner-Veranstaltung den schwimmenden Zweibeinern zugute gekommen wäre.
Hoffentlich lässt sich der Förderverein durch die Absage des Hunde-Schwimmtages nicht entmutigen. Denn der Verein hat seit seiner Gründung vor zwei Jahren viel Positives fürs Freibad erreicht - mehr als die Politik mit Lippenbekenntnissen in den vergangenen zehn Jahren. Bianca Marquardt